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Die 10-Euro-Silbermünze symbolisiert
die "Keimzelle" des Einigungswerks von 1957, die
auf das übrige Europa ausstrahlt.

Deutsche 2-Euro-Gedenkmünze der
Gemeinschaftsserie "50 Jahre Römische Verträge"
nach einer Retusche von Frizio (Italien).
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Gleich zwei Gedenkmünzen gibt Deutschland 2007
zum Thema 50 Jahre Römische Verträge
heraus: Die lange geplante 10-Euro-Silbermünze und eine
2-Euro-Gedenkmünze im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsserie.
Gibt es denn so wenige Ausgabeanlässe, dass Deutschland
zu ein und demselben Thema gleich zwei Gedenkmünzen macht?
Die Erklärung ist einfach: Die deutsche 10-Euro-Gedenkmünze
50 Jahre Römische Verträge war schon
lange geplant und beschlossen, als sich die Finanzminister
auf EU-Ebene im Sommer 2006 auf die spektakuläre 2-Euro-Serie
mit gemeinsamem Motiv einigten. Da durfte Deutschland als
Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
(eben diese wurde mit den Verträgen von Rom 1957 besiegelt)
natürlich nicht fehlen. Und wir befinden uns in guter
Gesellschaft: Auch die anderen Gründungsstaaten Belgien,
Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande geben neben
der 2-Euro-Gedenkmünze zusätzlich eine Edelmetallmünze
heraus.
Der Anlass ist dieser breiten numismatischen Ehrung durchaus
würdig, handelt es sich doch um einen der wichtigsten
Marksteine auf dem Weg zur Europäischen Union. Es wurde
am 25. März 1957 eine Zollunion und ein gemeinsamer Binnenmarkt
beschlossen, der ökonomische Schranken beseitigte. Gleichzeitig
gaben die Staaten einen Teil ihrer Souveränität
auf und unterwarfen sich einem europäischen Rechtssystem,
das Vorrang vor dem nationalen Recht hat. Durch den engen
Zusammenschluss wurde nachweisbar Wohlstand geschaffen, wovon
insbesondere auch die Bundesrepublik als Exportland profitierte.
Außerdem wurde damit der Frieden gesichert, denn es
war unwahrscheinlicher geworden, dass die Mitgliedsstaaten
sich gegenseitig schaden oder gar angreifen wollten.
Silbermünzen-Motiv von Carsten Mahn
Für den Designer der Münze galt es also, diese Keimzelle
der heutigen Europäischen Union zu symbolisieren. Nach
einstimmiger Ansicht des Preisgerichts unter der Leitung des
Stuttgarter Künstlers Prof. Ulrich Böhme gelang
dies am besten dem Nachwuchstalent Carsten Mahn aus Berlin,
Schüler des Erfolgs-Münzdesigners Heinz Hoyer an
der Kunsthochschule Weißensee.
Die Bildseite zeigt in ihrem Zentrum die Umrisse der sechs
Gründerstaaten. Dieser Kern des Europäischen Einigungswerks
strahlt auf das übrige Europa aus und symbolisiert damit
die Offenheit des Integrationsprozesses sowie die Bedeutung
des geeinten Europa in der Welt. Im Jury-Protokoll heißt
es dazu: Diese Idee wird in hervorragender Weise bildhaft
umgesetzt durch eine Vielzahl strahlenförmig angeordneter
Sterne. Die Randschrift lautet: IN VIELFALT GEEINT
EUROPÄISCHE UNION.
2-Euro-Gedenkmünze Römische Verträge
Weit weniger abstrakt kommt das Motiv der neuen 2-Euro-Gedenkmünze
daher, das in einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit zwischen
der spanischen, italienischen und österreichischen Münzstätte
entstanden ist. Die Münze, die mit entsprechenden Umschriften
in nationaler Sprache in allen 13 Euroländern am 25.
März erscheinen wird, zeigt das als Buch gebundene Vertragswerk
mit den Unterschriften der sechs Gründungsmitglieder
vor dem Hintergrund des von Michelangelo gestalteten sternförmigen
Straßenpflasters auf der Piazza del Campidoglio in Rom.
Unser Bericht über die spektakuläre Gemeinschaftsserie
im letzten DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN wurde mittlerweile
vom Bundesministerium der Finanzen bestätigt. Unklar
war zunächst noch, ob wirklich alle 13 Staaten (Monaco,
San Marino und der Vatikan sind keine Vollmitglieder) tatsächlich
an der Serie teilnehmen würden.
In Deutschland bestand eine Hürde unter anderem darin,
dass bereits eine 2-Euro-Gedenkmünze für 2007 (Bundesländer-Serie:
Schwerin) beschlossen war. Da es aber eigentlich nur eine
2-Euro-Gedenkmünze pro Jahr und Land geben sollte, mussten
zunächst einige Verordnungen und Gesetze geändert
werden, die eine Ausnahme zulassen, denn auf die Bundesländer-Münze
wollte Deutschland keinesfalls verzichten. Diese Hürde
wurde aus dem Weg geräumt, der Weg für eine Beteiligung
Deutschlands war frei.
Die normale 2-Euro-Kursmünze mit dem Bundesadler wird
mit der Jahreszahl 2007 nicht geprägt weder für
den Umlauf noch für die Kursmünzensätze. Auch
das wurde mittlerweile bestätigt. Die 50 Jahre
Römische Verträge-Münze nimmt ihren Platz
in den 2007er Jahressätzen ein.
Ab Jahrgang 2007 mit neuer Wertseite
Beschlossen ist inzwischen auch, dass auf alle deutschen Kursmünzen
(ab 10 Cent) und den 2-Euro-Gedenkmünzen ab 2007 die
neue Wertseite mit der erweiterten Europakarte geprägt
wird. Während bei den derzeit umlaufenden Kursmünzen
nur die alten EU-Mitgliedsländer erhaben dargestellt
sind, zeigt die neue Rückseite eine komplette geografische
Europakarte ohne Ländergrenzen. Die Münzen mit der
aktuellen Wertseite bleiben aber weiterhin gültig, wobei
die Stückelungen von 1 bis 5 Cent von der Änderung
ohnehin nicht betroffen sind.
Eine Änderung der nationalen Seiten, auf denen künftig
das Ausgabeland oder eine entsprechende Abkürzung stehen
muss, wird es in Deutschland nicht vor 2008 geben.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe November / Dezember 2006.
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