Aktuell: November / Dezember 2007 Aktuelles Heft
 
Schiffsjubiläum auf deutscher Gedenkmünze


10 Euro Silber zum
50. Jahrestag des Stapellaufs des Segelschulschiffs
"Gorch Fock".



Das DEUTSCHE MÜNZEN MAGAZIN entdeckte bei seinen Recherchen Datenfehler auf dem Entwurf der Münze (Ausschnitt oben). Sie werden bis zur Prägung korrigiert.


 

Mit dem inzwischen abgeschlossenen Design-Wettbewerb „50 Jahre Gorch Fock“ steht bereits das vierte Motiv der deutschen Silber-Euros für 2008 fest. Erstmals kommt damit ein Segelschiff in Deutschland namentlich zu Münzehren.

Kein anderes als das aktive Segelschulschiff der Bundesmarine „Gorch Fock“ erfährt die Ehre, im kommenden Jahr zur Feier seines 50. Geburtstages das erste namentliche Schiffsmotiv eines deutschen Silber-Euros zu sein. Zwar war bereits 2006 eine Hansekogge auf einer 10-Euro-Gedenkmünze von Deutschland abgebildet, doch ist diese darauf nicht genannt und steht vielmehr symbolisch für das eigentlich zu würdigende Ausgabethema, nämlich die 650-Jahr-Feier der Städtehanse. Nun soll 2008 also erstmalig ein – in diesem Fall goldenes – Schiffsjubiläum in deutschem Münzenglanz erstrahlen.

Die in Silber zu prägende „Gorch Fock“ wurde fünfzig Jahre zuvor am 17. Dezember 1958 als erstes Segelschulschiff der frisch gegründeten Bundesmarine in Dienst gestellt. Auf dem fast 90 Meter langen Schiff mit seinen bis zu 45 Meter hohen Masten werden seitdem vor allem Offiziersanwärter des seemännischen Dienstes ausgebildet.

„Seefahrt ist Not“

Seinen Namen erhielt das Schiff von dem niederdeutschen Dichter Johann Kinau, der seine Seefahrtgeschichten unter dem Pseudonym „Gorch Fock“ veröffentlichte. Kinau nahm auf dem Kreuzer „SMS Wiesbaden“ im Jahr 1916 an der Skagerrakschlacht (größte Seeschlacht des Ersten Weltkriegs) teil, bei der das Schiff sank. Seine Leiche wurde an einer kleinen schwedischen Insel angespült und beerdigt. Kinaus Grabstein trägt den Spruch „Seefahrt ist Not“, der zugleich Titel seines berühmtesten Romans ist und nun auch die Randschrift der 10-Euro-Gedenkmünze 2008 zieren soll.

Den ersten Preis beim Wettbewerb zur Gestaltung des Silber-Euros erhielt der renommierte Hamburger Münzdesigner und Bildhauer Frantisek Chochola. Im Vergleich zu den anderen eingereichten Arbeiten sticht sein Entwurf insbesondere durch die gleichwertige Kombination einer Darstellung des zu würdigenden Segelschiffes mit dessen technischen Daten hervor, wobei diese zum Gefallen der Fachjury auf der unteren Münzhälfte ein originelles Spiegelbild des Schiffes ergeben.

Datenfehler werden noch korrigiert

Genannt wird auf dem Entwurf eine Länge von 89,32 Metern, dann 12 Meter Breite, 45,3 Meter Höhe, 5,5 Meter Tiefgang, 1.860 Tonnen Verdrängung, 15 Knoten Geschwindigkeit, sowie die Takelungsart einer Bark und das Jahr 1958 des Stapellaufs. Was die Jury nicht bemerkte: Zwei dieser Angaben sind fehlerhaft, wie Recherchen des DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZINS ergaben. Da auch bei der Bundesmarine unterschiedliche Daten kursierten, wurde schließlich der Kommandant der „Gorch Fock“, die Mitte Oktober vor New York lag, selbst eingeschaltet. Kapitän Norbert Schatz übermittelte die gültigen Daten, wie sie im Schiffsmessbrief stehen. Danach beträgt die Verdrängung nicht 1.860, sondern 2.002 Tonnen und die Höchstgeschwindigkeit 17 (statt 15) Knoten. Das Bundesfinanzministerium versicherte daraufhin, dass die fehlerhaften Daten bis zur Prägung der Münze korrigiert werden.

Spezifikationen: „50 Jahre Gorch Fock“, 2008, 10 Euro, Silber 925/1000, ø 32,5 mm, 18 g, Auflage 1,6 Millionen in Stempelglanz und 300.000 in Spiegelglanz (Polierte Platte),
Prägestätte Hamburg (J).

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe November / Dezember 2007.


 


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