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Himmelsscheibe von Nebra: Sowohl die künstlerischen
Gestaltungsmittel als auch die astronomischen Inhalte überzeugten
bei dem Entwurf des Medailleurs Bodo Broschat aus Berlin.
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Im Münzwettbewerb für die 10-Euro-Gedenkmünze
Himmelsscheibe von Nebra wurde über das Motiv
der letzten deutschen Silbermünze des Jahrgangs 2008
entschieden. Die Fachjury empfahl einen Entwurf von Bodo Broschat
aus Berlin.
Auch das Motiv der für Oktober 2008 angekündigten
deutschen 10-Euro-Gedenkmünze Himmelsscheibe von
Nebra steht mittlerweile fest. Das letzte noch fehlende
Silber-Euro-Design dieses Jahrgangs wird nach einem Entwurf
von Bodo Broschat aus Berlin geprägt. Dem Künstler
ist es hervorragend gelungen, auf der Bildseite die Himmelsscheibe
von Nebra sowohl realistisch als auch stilisiert darzustellen,
heißt es dazu im Ergebnisprotokoll des Preisgerichts.
Auch die weiteren inhaltlichen Aussagen des Entwurfs überzeugten,
zum Beispiel dass im unteren Münzdrittel die Himmelsscheibe
nochmals erscheint, nun aber in anderer Ausrichtung mit den
Horizontbögen wie vom Fundort aus gesehen. Ebenso wie
die Wiedergabe von Sichel- und Vollmond auf den seitlichen
Münzfeldern mit blühenden Frühlingszweigen
bzw. herbstlich kahlen Zweigen. Dazu tauchen rechts außerdem
nochmals die Plejaden in Form von sieben Sternen auf.
Himmelsscheibe von Nebra
Die Himmelsscheibe wurde im Juli 1999 auf dem Mittelberg
bei Nebra in Sachsen-Anhalt von Raubgräbern gefunden
und gelangte erst Jahre später auf Umwegen über
den Schwarzmarkt in staatlichen Besitz. Sie besteht aus Bronze,
wiegt rund zwei Kilogramm und hat knapp über dreißig
Zentimeter Durchmesser. Das enthaltene Kupfer soll aus der
Salzburger Region stammen, während das Gold der Applikationen
wohl aus Siebenbürgen war. Die Himmelsscheibe wurde vor
rund 3.600 Jahren zusammen mit zwei Schwertern, Beilen und
Armspiralen, sowie einem Meißel auf dem Gipfel des Mittelberges
vergraben. Wie kein anderer archäologischer Fund belegt
sie die Kenntnis der vorgeschichtlichen Menschen oder
zumindest einer bestimmten damaligen Elite von den
kosmischen Vorgängen.
Der geschmiedete Himmel im Herzen Europas
Der zweitplatzierte Entwurf des Pforzheimer Künstlers
Eugen Ruhl schien nach Ansicht der Fachjury etwas zu sehr
von der vorgesehenen Randschrift der Gedenkmünze geleitet:
Der geschmiedete Himmel im Herzen Europas. Die detailgenaue,
überbetonte Darstellung des Schmieds im Vordergrund würde
die ansonsten gelungene Balance zwischen realistischer Ausarbeitung
und Abstraktion stören. Tatsächlich wirkt die Himmelsscheibe
im Hintergrund eher wie die Szenerie eines nächtlichen
Himmels, wobei die Einbettung der Scheibe in die sanft gewellte
Landschaft des südlichen Sachsen-Anhalts um den Fundort
Nebra ausdrücklich gelobt wurde.
Bei der Arbeit von Patrick Niesel aus Schwaig, die den dritten
Preis erhielt, sah die Fachjury nicht nur die Darstellung
des Bundesadlers als kritisch an, auch die beidseitige Anordnung
und Typographie der Schrift missfiel. Dafür würdigte
das Preisgericht die gelungene Darstellung sowohl der
astronomischen Bedeutung der Himmelsscheibe von Nebra als
auch des Fundortes und -kontextes. Und: Trotz der Vielfalt
der Motive stehe die Himmelsscheibe klar im Vordergrund.
Spezifikationen: Himmelsscheibe von Nebra, 2008,
10 Euro, Silber 925/1000, ø 32,5 mm, 18 g, Auflagen:
1,5 Millionen in Stempelglanz und 260.000 in Spiegelglanz
(Polierte Platte), Prägestätte Berlin (A).
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Januar / Februar 2008.
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