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Bundeskanzlerin Merkel stellte anlässlisch der
Eröffnung der "World Money Fair 2008" im Berliner
Kanzleramt die neue 2-Euro-Gedenkmünze der Bundesländerserie
vor.



Neuheiten der EUROPA-Serie mit dem Stern
kommen aus Finnland, Österreich und Frankreich.

Die erste Silber-Anlagemünze in
Euro-Währung feierte in Berlin Premiere.

Rekordverdächtig: Münzen und
Medaillen für vier Millionen Euro wurden auf der Berliner
Künker-Auktion an einem einzigen Tag versteigert.
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Trotz Nahverkehrsstreik der Berliner Verkehrsbetriebe
kamen am ersten Februar-Wochenende 12.500 Sammler zur "World
Money Fair 2008", um Münz-Weltpremieren mitzuerleben
oder Schnäppchen zu machen. Das ist ein neuer Besucherrekord.
Auch die Zahl der Aussteller hatte gegenüber den Vorjahren
nochmals zugelegt. Und alle kamen auf ihre Kosten.
Ein Highlight war zweifellos wieder die Erstausgabe der neuen
2-Euro-Gedenkmünze aus der Bundesländer-Serie, die
2008 Hamburg gewidmet ist. Die Besucher der World Money Fair
gehörten zu den ersten, die diese Münzen besitzen
konnten. Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich gab
den Startschuss für den Erstverkauf dieser Münze.
Sie überreichte dem amtierenden Bundesratspräsidenten,
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust, im Bundeskanzleramt
ein Set mit fünf Gedenkmünzen in Spiegelglanz.
Merkel würdigte in ihrer Rede den föderalen Aufbau
der Republik als wichtiges Markenzeichen Deutschlands.
Der Föderalismus zahle sich mit dem neuen 2-Euro-Stück
damit praktisch in barer Münze aus. Der Hamburger
Bürgermeister brachte seine Freude zum Ausdruck, dass
der Michel nun 30-millionenfach in geprägter
Form von den Bürgern in ganz Europa zu bewundern sei.
Der parlamentarische Staatssekretär vom Finanzministerium,
Karl Diller, lobte das Motiv von Erich Ott aus München
als gelungenen Entwurf, der die Michaeliskirche
im Stil einer Architekturzeichnung in detaillierter Form darstelle
und damit die perfekten Proportionen dieses Sakralbaus hervorhebe.
Mehrere Weltpremieren
Ehrengastland der World Money Fair war in diesem
Jahr China, das der Weltöffentlichkeit in Berlin erstmals
die letzte Serie der Gedenkmünzen
zu den Olympischen Spielen in Peking präsentierte.
Im vollbesetzten Saal des Kongresszentrums stellte anschließend
der scheidende Generaldirektor der Münze Österreich,
Dietmar Spranz, die neuen Ausgaben der beliebten EUROPA-Serie
mit dem Stern vor, die 2008 unter dem Motto Europäisches
Kulturerbe steht.
Um Olympia, diesmal aber um die Winterspiele in Vancouver
2010, ging es beim Vortrag der Royal Canadian Mint. Bereits
im vergangenen Jahr wurden in Berlin erstmals das groß
angelegte Gedenkmünzenprogramm zu diesem Sportereignis
vorgestellt und nun weitere Neuheiten gezeigt. So unter anderem
die zweite 1-Kilogramm-Silbermünze aus Kanada, die in
einem aufwändig gestalteten Hochrelief den Beginn der
kanadischen Konföderation lebendig macht.
Frankreichs neue Ausgabepolitik
Mit großem Interesse erwartet wurde der Auftritt des
neuen französischen Münzdirektors Christophe Beaux.
Er hatte schon im Vorfeld der World Money Fair eine neue Ausrichtung
in der französischen Münzausgabepolitik angekündigt.
Das Programm soll insgesamt gestrafft (nur noch 20 statt 30
Themen pro Jahr) und sammlerfreundlicher ausgerichtet werden.
Die verschiedenen Kategorien, Kunst und Kultur, Europa, Geschichte,
Geographie, Jugend, Numismatik und Sport sollen jedoch beibehalten
werden. Geradezu sensationell für Frankreich ist eine
weitere Ankündigung der Monnaie de Paris, die eine neue
Serie von Münzen auflegen wird, die zum Nennwert angeboten
werden. Diese Motivserie bildet das Flaggschiff
der neuen Kollektion, wie Beaux betonte. Die Nominale reichen
von 5 bis 500 Euro und zeigen ein Symbol der französischen
Münztradition in neuen Variationen, nämlich die
Säerin La Semeuse.
Erste Silber-Anlagemünze aus Österreich
Österreich wartete ebenfalls mit einer Sensation auf:
Zum Eröffnungstag der World Money Fair am 1. Februar
erschien die erste Silber-Anlagemünze in Eurowährung.
Das Motiv entspricht weitgehend der berühmten Gold-Anlagemünze
Wiener Philharmoniker. Der Nennwert der 1-Unzen-Münze
beträgt 1,50 Euro. Der Wert des Silber-Philharmonikers
orientiert sich, für Anlagemünzen typisch, jedoch
am tagesaktuellen internationalen Edelmetallpreis. Es
war die enorm große Nachfrage nach Silber als Wertanlage,
die uns zum neuen Philharmoniker veranlasste, erklärte
Generaldirektor Dietmar Spranz den Schritt der österreichischen
Münzprägestätte. Im Sog der Gold-Hausse hat
der Silberpreis zuletzt kräftig zugelegt und ein weiterer
Anstieg gilt als wahrscheinlich. Der Silber-Philharmoniker
soll an den Erfolg seines bekannten Pendants aus Gold anknüpfen,
das seit seiner Erstausgabe im Jahr 1989 bereits 9,1 Millionen
Mal geprägt wurde.

Faszination Gold
Wie überhaupt das Thema Gold die diesjährige World
Money Fair beherrschte. So war der repräsentative Messestand
der MDM Münzhandelsgesellschaft aus Braunschweig ganz
diesem Thema gewidmet. Gezeigt und verkauft wurden Goldmünzen
aus aller Welt vom Kaiserreich bis zur neuesten Anlagemünze.
Vielbestaunt waren die schwer bewachten Ausstellungsstücke:
Der Big Phil, mit 1.000 Unzen (31,1 Kilogramm)
reinem Gold Europas größte Goldmünze, und
die bislang größte chinesische Goldmünze,
ein 5-Kilogramm-Goldpanda von 1991, von dem es gerade einmal
10 Stück weltweit gibt. Auch die größte Goldmünze
der Welt, ein Maple Leaf mit sage und schreibe 100 Kilogramm
Gewicht, war auf der Messe zu bewundern.
Das besondere Interesse der Sammler galt natürlich auch
den beiden neuen Euroländern Malta und Zypern, die gerade
vier Wochen zuvor die Gemeinschaftswährung eingeführt
hatten. Entsprechend groß war der Ansturm auf die neuen
Kursmünzen dieser Länder, die viele Sammler noch
nicht besitzen.
Die 4-Millionen-Auktion
Ein echtes Highlight für Sammler historischer Münzen
war die Versteigerung des Auktionshauses Künker, die
bereits einen Tag vor Messeeröffnung durchgeführt
wurde. Erreichte die Berlin-Auktion im vergangenen Jahr noch
nie da gewesene drei Millionen Euro Gesamtumsatz an einem
einzigen Tag, so erhöhte sich diese Summe 2008 auf atemberaubende
vier Millionen Euro. Auch 2008 gab es wieder zahlreiche Russland-Raritäten,
die oft für ein Vielfaches des Ausrufpreises an reiche
Sammler aus Osteuropa gingen.
Der Termin für die nächste World Money Fair Berlin
wurde bereits mitgeteilt: Sie findet am 6. bis 8. Februar
2009 statt. Wer so lange nicht warten will, der kann zur neuen
Stuttgarter Münzenmesse kommen, die jetzt ebenfalls von
der World Money Fair GmbH veranstaltet wird und am 5. und
6. April in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle stattfindet.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe März/April 2008.
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