Aktuell: März/April 2008 Aktuelles Heft
 
World Money Fair 2008 mit neuem Besucherrekord



Bundeskanzlerin Merkel stellte anlässlisch der Eröffnung der "World Money Fair 2008" im Berliner Kanzleramt die neue 2-Euro-Gedenkmünze der Bundesländerserie vor.


Neuheiten der EUROPA-Serie mit dem Stern kommen aus Finnland, Österreich und Frankreich.



Die erste Silber-Anlagemünze in Euro-Währung feierte in Berlin Premiere.

Rekordverdächtig: Münzen und Medaillen für vier Millionen Euro wurden auf der Berliner Künker-Auktion an einem einzigen Tag versteigert.

 

Trotz Nahverkehrsstreik der Berliner Verkehrsbetriebe kamen am ersten Februar-Wochenende 12.500 Sammler zur "World Money Fair 2008", um Münz-Weltpremieren mitzuerleben oder Schnäppchen zu machen. Das ist ein neuer Besucherrekord. Auch die Zahl der Aussteller hatte gegenüber den Vorjahren nochmals zugelegt. Und alle kamen auf ihre Kosten.


Ein Highlight war zweifellos wieder die Erstausgabe der neuen 2-Euro-Gedenkmünze aus der Bundesländer-Serie, die 2008 Hamburg gewidmet ist. Die Besucher der World Money Fair gehörten zu den ersten, die diese Münzen besitzen konnten. Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich gab den Startschuss für den Erstverkauf dieser Münze. Sie überreichte dem amtierenden Bundesratspräsidenten, Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust, im Bundeskanzleramt ein Set mit fünf Gedenkmünzen in Spiegelglanz.

Merkel würdigte in ihrer Rede den föderalen Aufbau der Republik als „wichtiges Markenzeichen“ Deutschlands. Der Föderalismus zahle sich mit dem neuen 2-Euro-Stück damit praktisch „in barer Münze“ aus. Der Hamburger Bürgermeister brachte seine Freude zum Ausdruck, dass der „Michel“ nun 30-millionenfach in geprägter Form von den Bürgern in ganz Europa zu bewundern sei.
Der parlamentarische Staatssekretär vom Finanzministerium, Karl Diller, lobte das Motiv von Erich Ott aus München als „gelungenen Entwurf“, der die Michaeliskirche im Stil einer Architekturzeichnung in detaillierter Form darstelle und damit die perfekten Proportionen dieses Sakralbaus hervorhebe.

Mehrere Weltpremieren

„Ehrengastland“ der World Money Fair war in diesem Jahr China, das der Weltöffentlichkeit in Berlin erstmals die letzte Serie der Gedenkmünzen zu den Olympischen Spielen in Peking präsentierte. Im vollbesetzten Saal des Kongresszentrums stellte anschließend der scheidende Generaldirektor der Münze Österreich, Dietmar Spranz, die neuen Ausgaben der beliebten EUROPA-Serie mit dem Stern vor, die 2008 unter dem Motto „Europäisches Kulturerbe“ steht.

Um Olympia, diesmal aber um die Winterspiele in Vancouver 2010, ging es beim Vortrag der Royal Canadian Mint. Bereits im vergangenen Jahr wurden in Berlin erstmals das groß angelegte Gedenkmünzenprogramm zu diesem Sportereignis vorgestellt und nun weitere Neuheiten gezeigt. So unter anderem die zweite 1-Kilogramm-Silbermünze aus Kanada, die in einem aufwändig gestalteten Hochrelief den Beginn der kanadischen Konföderation lebendig macht.

Frankreichs neue Ausgabepolitik

Mit großem Interesse erwartet wurde der Auftritt des neuen französischen Münzdirektors Christophe Beaux. Er hatte schon im Vorfeld der World Money Fair eine neue Ausrichtung in der französischen Münzausgabepolitik angekündigt. Das Programm soll insgesamt gestrafft (nur noch 20 statt 30 Themen pro Jahr) und sammlerfreundlicher ausgerichtet werden. Die verschiedenen Kategorien, Kunst und Kultur, Europa, Geschichte, Geographie, Jugend, Numismatik und Sport sollen jedoch beibehalten werden. Geradezu sensationell für Frankreich ist eine weitere Ankündigung der Monnaie de Paris, die eine neue Serie von Münzen auflegen wird, die zum Nennwert angeboten werden. Diese Motivserie bildet das „Flaggschiff“ der neuen Kollektion, wie Beaux betonte. Die Nominale reichen von 5 bis 500 Euro und zeigen ein Symbol der französischen Münztradition in neuen Variationen, nämlich die Säerin „La Semeuse“.

Erste Silber-Anlagemünze aus Österreich

Österreich wartete ebenfalls mit einer Sensation auf: Zum Eröffnungstag der World Money Fair am 1. Februar erschien die erste Silber-Anlagemünze in Eurowährung. Das Motiv entspricht weitgehend der berühmten Gold-Anlagemünze „Wiener Philharmoniker“. Der Nennwert der 1-Unzen-Münze beträgt 1,50 Euro. Der Wert des Silber-Philharmonikers orientiert sich, für Anlagemünzen typisch, jedoch am tagesaktuellen internationalen Edelmetallpreis. „Es war die enorm große Nachfrage nach Silber als Wertanlage, die uns zum neuen Philharmoniker veranlasste“, erklärte Generaldirektor Dietmar Spranz den Schritt der österreichischen Münzprägestätte. Im Sog der Gold-Hausse hat der Silberpreis zuletzt kräftig zugelegt und ein weiterer Anstieg gilt als wahrscheinlich. Der Silber-Philharmoniker soll an den Erfolg seines bekannten Pendants aus Gold anknüpfen, das seit seiner Erstausgabe im Jahr 1989 bereits 9,1 Millionen Mal geprägt wurde.



Faszination Gold

Wie überhaupt das Thema Gold die diesjährige World Money Fair beherrschte. So war der repräsentative Messestand der MDM Münzhandelsgesellschaft aus Braunschweig ganz diesem Thema gewidmet. Gezeigt und verkauft wurden Goldmünzen aus aller Welt – vom Kaiserreich bis zur neuesten Anlagemünze. Vielbestaunt waren die schwer bewachten Ausstellungsstücke: Der „Big Phil“, mit 1.000 Unzen (31,1 Kilogramm) reinem Gold Europas größte Goldmünze, und die bislang größte chinesische Goldmünze, ein 5-Kilogramm-Goldpanda von 1991, von dem es gerade einmal 10 Stück weltweit gibt. Auch die größte Goldmünze der Welt, ein Maple Leaf mit sage und schreibe 100 Kilogramm Gewicht, war auf der Messe zu bewundern.

Das besondere Interesse der Sammler galt natürlich auch den beiden neuen Euroländern Malta und Zypern, die gerade vier Wochen zuvor die Gemeinschaftswährung eingeführt hatten. Entsprechend groß war der Ansturm auf die neuen Kursmünzen dieser Länder, die viele Sammler noch nicht besitzen.

Die 4-Millionen-Auktion

Ein echtes Highlight für Sammler historischer Münzen war die Versteigerung des Auktionshauses Künker, die bereits einen Tag vor Messeeröffnung durchgeführt wurde. Erreichte die Berlin-Auktion im vergangenen Jahr noch nie da gewesene drei Millionen Euro Gesamtumsatz an einem einzigen Tag, so erhöhte sich diese Summe 2008 auf atemberaubende vier Millionen Euro. Auch 2008 gab es wieder zahlreiche Russland-Raritäten, die oft für ein Vielfaches des Ausrufpreises an reiche Sammler aus Osteuropa gingen.

Der Termin für die nächste World Money Fair Berlin wurde bereits mitgeteilt: Sie findet am 6. bis 8. Februar 2009 statt. Wer so lange nicht warten will, der kann zur neuen Stuttgarter Münzenmesse kommen, die jetzt ebenfalls von der World Money Fair GmbH veranstaltet wird und am 5. und 6. April in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle stattfindet.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe März/April 2008.


 


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