Aktuell: Mai / Juni 2008 Aktuelles Heft
 
Sensation aus Frankreich:
Gold und Silber zum Nennwert



Französische Edelmetall-
Gedenkmünzen, die zum Nennwert ausgegeben werden: 5-, 15- und 100-Euro-Stücke in Gold und Silber mit einer modernen Interpretation der „Säerin“.



„Zurück zur Philosophie des Sammelns“: Der neue Generaldirektor der Monnaie de Paris, Christophe Beaux (42), will die französische Münzausgabepolitik umkrempeln.

 

Frankreich gestaltet seine Münzpolitik sammler-
freundlicher. Das Ausgabeprogramm wurde ab 2008
von 30 auf 20 Themen gestrafft und um eine neue
Motivserie in Gold und Silber ergänzt, die erstmals seit der Euroeinführung zum Nennwert ausgegeben wird.

Sein Name ist Christophe Beaux. Seit April 2007 ist er Generaldirektor der Monnaie de Paris, Frankreichs staatlicher Münzstätte. Und er hat sich Großes vorgenommen: Die Münzpolitik der „Grande Nation“ soll in vielen Bereichen umgekrempelt und sammlerfreundlicher ausgerichtet werden. Mit großem Elan hat sich der jugendlich wirkende 42jährige bereits zum Jahrgang 2008 daran gemacht, seinem Ziel näher zu kommen.

Das Ausgabeprogramm ist „verschlankt“ worden – statt 80 Münzen zu 30 unterschiedlichen Themen 2007 gibt es dieses Jahr nur noch 20 Themen mit 50 Münzen in den sieben Hauptgruppen Europa, Numismatik, Sport, Geschichte, Kunst und Kultur, Geografie und Jugend. Die Serien sollen behutsam weiterentwickelt werden und, so Beaux, „dem Sammler attraktive Perspektiven eröffnen“. Den Münzfreund wird vor allem freuen, dass die Kollektion damit übersichtlicher und erschwinglicher wird.

Die eigentliche Sensation aber ist Beaux’ Ankündigung, eine neue Münzenreihe aufzulegen, die erstmals seit Francs-Zeiten wieder Edelmetall-Gedenkmünzen bringt, die zum Nennwert ausgegeben werden. Denn an der großen Diskrepanz zwischen Nominal und Ausgabepreis haben sich viele Frankreich-Sammler schon lange gestört. So ist es dort zur Normalität geworden, 1,5-Euro-Münzen zu einem offiziellen Ausgabepreis von knapp 50 Euro zu verkaufen oder 5-Euro-Silbermünzen für weit über 300 Euro. Breite Sammlerkreise, Menschen gar, die neu für dieses Hobby gewonnen werden sollen, erreicht man so nicht. Das zeigen auch die vergleichsweise geringen Auflagen französischer Edelmetall-Gedenkmünzen, die oft nur bei 500 bis 10.000 Exemplaren liegen.

Der neue Münzdirektor hat, wie er sagt, das „Kulturobjekt Münze“ wieder entdeckt, das die „Souveränität der Nation verkörpert“. Die Münzen der neuen Serie sollen für alle Bürger erschwinglich sein, echte Zahlungsmittel mit Sammelpotential. Die Silbermünzen zu 5 und 15 Euro werden deshalb in Auflagen von zwei Millionen bzw. 500.000 geprägt. Daneben wird es Goldmünzen mit Nennwerten von 100 bis 500 geben. Die Auflagen liegen damit höher, als die aller anderen Frankreich-Edelmetallmünzen zusammen. Wie die 10-Euro-Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland sollen die neuen Münzen zum Nennwert in Umlauf gebracht werden und damit neue Sammlerkreise erschließen.

Die Säerin in modernem Design

Einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Neuemissionen tatsächlich zu echten „Volksmünzen“ entwickeln, werden die Themen leisten. Im Mittelpunkt steht zunächst ein Motiv von großer münzhistorischer Bedeutung: „La Semeuse“ (die Säerin). Schon seit 110 Jahren ziert diese Symbolfigur französische Münzen. Sie wurde Jahrzehnte lang auf Franc-Umlaufmünzen geprägt und ist in Euro-Zeiten Bildmotiv der 10-, 20- und 50-Centmünze sowie verschiedener Gedenkmünzen.

Für die neue Edelmetall-Serie, in der 2008 zunächst drei Münzen zu 5, 15 und 100 Euro erscheinen, wird die Figur modern interpretiert. „La Semeuse“ hat das Laufen gelernt. Aneinandergereiht „wandert“ sie, Sterne säend, über die acht Wertstufen, die insgesamt geplant sind und die Sonne im Hintergrund bewegt sich mit – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Die Wertseite zeigt ein mehrdimensionales „Französisches Sechseck“ (welches die geografische Form des Landes symbolisiert) sowie ein Eurozeichen, das aus Lorbeer- und Eichenzweigen geformt ist.

Die Erwartungen an die „Volksmünzen“ sind hoch und man darf auf ihren Erfolg gespannt sein. Münzdirektor Christophe Beaux selbst jedenfalls bezeichnet die neue Serie als „Flaggschiff unserer Kollektion“, mit der die Monnaie de Paris „den Weg zur Philosophie des Sammelns zurückgefunden hat“.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2008.


 


Das DEUTSCHE MÜNZEN MAGAZIN im Abonnement können Sie hier bestellen.

 

 
 
 

Copyright © 1987-2008 EMS-Verlag GmbH| Alle Rechte vorbehalten|