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Nun sind es nur noch wenige Wochen bis zur Eröffnung
der diesjährigen Sommerspiele in Peking 2008. Die ideale
Gelegenheit, um noch einmal alle drei Serien aus Chinas Olympia-Münzenprogramm
ins Rampenlicht zu rücken.

Ausgewählte Motive aus drei Serien des offiziellen Gedenkmünzenprogramms
zu "Beijing 2008". 150 Yuan Gold: Fußball,
Gewichtheben, Reiten. 10 Yuan Silber: Teehaus-Zeremonie, Kinder-Bockspringen,
Peking Sommerpalast. 1 Yuan Messing: Peking-2008-Maskottchen
Jingjing beim Bogenschießen, Yingying am Pauschenpferd
und beim Tischtennis.
In wenigen Wochen, am 8. August 2008, ist es soweit: In Chinas
Hauptstadt Peking starten die XXIX. Olympischen Sommerspiele.
Die bevölkerungsreichste Nation der Welt ist damit erstmals
Gastgeberland einer Olympiade, was sicherlich mit einen Reiz
seines Peking-2008-Münzenprogramms ausmacht. Die Münzensammler
haben unterdessen gut zu tun, bis sie die noch fehlenden Olympia-Gedenkmünzen
aus der Peking-2008-Kollektion in Händen halten können.
Schließlich sind die meisten Ausgaben von Gastgeber
China bekanntlich im eigenen Land längst ausverkauft
und dadurch auch auf dem internationalen Markt nur noch sehr
schwer erhältlich. Und wenn, dann nur noch zu deutlich
erhöhten Preisen. Vor allem die übergroßen
Silber- und Goldmünzen mit ihren Mini-Auflagen wurden
bereits zu modernen Raritäten, allen voran ein untertassengroßer
10-Kilo-Goldgigant, den es weltweit nur 29 Mal gibt.
Sechs historische Sportmotive in 150 Yuan Gold
Mit größeren, wenngleich immer noch sehr geringen
Auflagen sind die insgesamt sechs 150-Yuan-Goldmünzen
aus Chinas Peking-2008-Programm erschienen. Von ihnen wurden
pro Motiv 60.000 Stück geprägt, wobei für hiesige
Sammler nach Händlerangaben nur noch 1.000 verbleiben.
Die Motive der mit 999,9 Tausendstel Feingehalt (gilt für
alle Goldmünzen aus Chinas Olympiaprogramm) geprägten
Gold-Drittelunzen zeigen, gestaltet nach frühgeschichtlichen
Darstellungen, jeweils eine klassische chinesische Sportform
sowie dazu das passende moderne Piktogramm. Den Anfang machten
das Bogenschießen und Reiten, mit der zweiten Serie
folgten dann das Gewichtheben und Schwimmen, sowie zuletzt
das Ringen und Fußballspielen.
Das Bogenschießen-Motiv geht zurück auf ein Wandbild
in der Dunhuang-Grotte in Chinas nordwestlicher Provinz Gansu,
das vor rund 1500 Jahren entstand. Die zweite Goldmünze
der ersten Serie zeigt einen antiken Reiter auf seinem Pferd
in vollem Galopp. Die Darstellung ist einer alten Steinskulptur
nachempfunden, die 1954 in dem Dorf Beizhai in der Provinz
Shandong ausgegraben wurde.
Auf einem Gemälde aus der Ming-Dynastie, das vor rund
600 Jahren geschaffen wurde, basiert das Design Gewichtheben
der zweiten Peking-2008-Serie. Es zeigt einen beleibten Mann,
der ein Steingewicht hochhebt. Das Schwimm-Motiv ist nach
einem 1400 Jahre alten Wandbild aus den Dunhuang-Grotten gestaltet.
Die dritte Serie startete mit dem Ringer-Motiv, das auf der
1500 Jahre alten Höhlenmalerei Prinz Sumo Ringen
basiert. Es zeigt zwei ineinander verhakte Ringer. Auf der
sechsten Goldmünze ist mit dem Cuju ein altes Fußballspiel
dargestellt. Es war in der früheren Feudalgesellschaft
ein beliebter Zeitvertreib des Adels, was die Kleidung des
abgebildeten Spielers belegt.
Kulturelle Tradition teilkoloriert auf 10 Yuan Silber
Insbesondere den klassischen Sammler ansprechend, bilden die
insgesamt zwölf 10-Yuan-Silberunzen die Basis des Olympiaprogramms
von China. Sie wurden wie alle Silberausgaben der Gastgeber-Kollektion
mit 999 Tausendstel Feingehalt in 160.000er Auflagen
geprägt. Doch auch hier gilt, dass für den deutschen
Markt pro Motiv nur ein Bruchteil, nämlich maximal 15.000
Stück übrig bleiben. Dies ist ganz besonders schade,
weil die 40 Millimeter großen Gedenkmünzen nicht
nur mit origineller Teilkolorierung als gemeinsamen Merkmal
versehen sind, sondern in einer Unze Silber auch für
breitere Sammlerschichten noch erschwinglich sind. Reizvoll
sind außerdem ihre Motive, die von der reichen Kultur
und Tradition des Reichs der Mitte berichten.
Die vier Silbermünzen der ersten Peking-2008-Serie von
China präsentieren überlieferte Kinderspiele sowie
als weitere Motivelemente traditionelle handgearbeitete Spielzeuge,
die mit einer speziellen Kolorierung überzogen sind.
Auf der Münzdarstellung sind sie durch einen kunstvollen
chinesischen Knoten von den spielenden Kindern getrennt. Die
erste Silbermünze zeigt beispielsweise einen Jungen beim
Drachensteigen, während den rechten Münzrand ein
farbiges Windrad aus Papier ziert. Zwar reichen die Ursprünge
des chinesischen Drachenbaus über zwei Jahrtausende zurück,
doch ist auf der Münze ein moderner Vogeldrachen abgebildet,
der heute zu den populärsten Drachenformen Chinas zählt.
Weitere in Silber geprägte Kinderspiele sind das Bockspringen,
das Reifenrollen und das landestypische Spiel mit einem speziellen
Federball, der zumeist mit den Füßen gekickt wird.
Die jeweils daneben farbig abgebildeten, passenden Spielzeuge
sind eine Tonhasen-Figur, ein Fischornament zum Aufhängen
und eine Stofftiger-Figur.
In der zweiten Silberunzen-Serie stehen berühmte architektonische
Sehenswürdigkeiten des Landes im Fokus. Demgegenüber
sind nun auf den linken Münzhälften, getrennt durch
ein traditionelles geschwungenes Ruyi-Zepter (Glück verheißender
Talisman), kolorierte Ornamente abgebildet, wie sie auch auf
antiken Töpferwaren zu finden sind. Das berühmteste
gewürdigte Bauwerk ist die Chinesische Mauer, die sich
in natura Tausende von Kilometern durch das Land zieht. Im
Jahr 221 vor Christus begann der erste Herrscher der Qin-Dynastie
nach Vereinigung von sechs Staaten mit dem Bau der großen
Verteidigungsmauer gegen die von Norden angreifenden Nomadenvölker.
Von den folgenden Dynastien wurde die Wehranlage erweitert,
so dass sie heute über 6.000 Kilometer von Ost nach West
verläuft.
Ein weiteres Motiv zeigt den Sommerpalast heutiges
UNESCO-Weltkulturerbe im kaiserlichen Qingyi-Garten
von Peking. Mit seiner Anlage, die auch den großen West-
bzw. Kumming-See umfasst, wurde während der Qing-Dynastie
im Jahr 1750 begonnen.
Ein Meisterwerk chinesischer Gartenarchitektur ist auch der
Beihai- bzw. Nordmeer-Park, der ursprünglich auf die
Liao-Dynastie (916-1125) zurückgeht und nun ebenfalls
in einer Unze Silber gewürdigt wird. Ehemals Teil der
Verbotenen Stadt liegt er nordwestlich des Pekinger Kaiserpalasts.
Zu seinen großen Attraktionen gehört die von den
Qing-Kaisern Mitte des 17. Jahrhunderts erbaute Weiße
Pagode, wie sie auch auf der Münze abgebildet ist.
Die vierte 10-Yuan-Silbermünze der zweiten Serie ziert
die Darstellung eines traditionellen Wohnhofs, wie er häufig
in Peking anzutreffen ist. Nach allen vier Himmelsrichtungen
von Häusern umgeben, ist er in der Regel in eine Nord-
und Südhälfte unterteilt, als Abbild der Weltordnung
von Yin und Yang im Kleinen.
Die letzten vier Silberunzen von Chinas Olympiaprogramm sind
traditionellen Volkskünsten gewidmet. Zum einen wird
die seit über zwei Jahrhunderten aufgeführte Pekingoper
gewürdigt, in der Gesang, Schauspiel und Tanz miteinander
verbunden sind. Einer typischen Theaterszene ist rechts koloriert
eine Maske der Pekingoper gegenüber gestellt. Die nächste
10-Yuan-Gedenkmünze ist dem folkloristischen Yangge-Tanz
der Han-Volksgruppe gewidmet, der die meisten heutigen Chinesen
angehören. Die dargestellten Tänzerinnen schwingen
dabei mit Seidentüchern, während am rechten Münzrand
ein Beispiel chinesischer Papierschneidekunst zu sehen ist.
Dann folgt als Münzmotiv der Löwentanz im lustigen
Wenshi-Stil, dem eine farbige Schattentheater-Figur
gegenüber gestellt ist. Eine typische Szene in einem
traditionellen Pekinger Teehaus ist Motiv der zwölften
Silberunze, während den rechten Münzrand ein buntes
Frühlingsfestbild ziert.
Olympia-Maskottchen auf 10-Yuan-Kursmünzen
Einen besonderen numismatischen Bonus zu seinem Olympia-Münzenprogramm
gab China erst nach Erscheinen der ersten Peking-2008-Serie
bekannt: Außer den Ausgaben in Edelmetall sollten auch
noch acht in Messing geprägte Kurs-Gedenkmünzen
mit 1 Yuan Nennwert kommen. Als Motive dienen die olympischen
Maskottchen, während die gemeinsamen Rückseiten
das neue Pekinger Nationalstadion zeigen, das aufgrund seiner
verstrebten Außenstruktur den Spitznamen Vogelnest
trägt. Dies erfreute nicht nur die einheimische Bevölkerung,
die den schönen Olympiamotiven nun auch in ihren Geldbeuteln
begegnet. Auch die Münzenliebhaber weltweit waren begeistert,
bestand doch dadurch die Chance, vergleichsweise günstig
an Peking-2008-Gedenkmünzen zu kommen. Außerdem
hält man mit diesen Yuan-Stücken die gleichen Münzen
in Händen wie die einfachen Bürger im weit entfernten
Reich der Mitte ein reizvoller und verbindender Gedanke
ganz im Sinne der olympischen Idee.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2008.
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