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Die silberne Abschiedsmünze gehört zur
beliebten EUROPA-Serie mit Stern und zeigt eine
Collage aus Motiven des bisherigen Umlaufgeldes, wie es auch
im letzten Kronen-Kursmünzensatz
(unten) zu finden ist.



Drei unterschied-
liche Motive wird es
auf den acht neuen Umlaufmünzen der Slowakei geben. Die
beiden Euro-Wertstufen
bilden das Landes-wappen ab. 10, 20 und 50 Cent zeigen die
Bratislavaer Burg und die kupferfarbenen Kleinmünzen
haben den Berg Kriván in der Hohen Tatra als Motiv.
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Zum zehnten Geburtstag der Europäischen Wirtschafts-
und Währungsunion (WWU)
am 1. Januar 2009 wird die Slowakei als erstes ehemaliges
Ostblockland der Euro-Zone beitreten. Die Sammler sitzen bereits
in den Startlöchern.
Die EU-Staats- und Regierungschefs gaben Mitte Juni bei ihrem
Brüsseler Gipfeltreffen grünes Licht für den
Beitritt der Slowakei zur Wirtschafts- und Währungsunion.
Dass das ehemalige Ostblockland zum 1. Januar 2009 den Euro
einführen würde, davon ist die Regierung offenbar
bereits fest ausgegangen, denn im offiziellen Münzprogramm
des Landes ist für Dezember 2008 bereits seit Monaten
eine Abschiedsmünze vorgesehen. Die große,
zwei Unzen schwere 1000-Kronen-Silbermünze zeigt den
modernen Glasturm der Nationalbank in Bratislava sowie das
Landeswappen. Der EUROPA-Stern weist die Münze als Bestandteil
der beliebten Gemeinschaftsserie aus.

Die Wertseite wurde als Collage aus Motiven des bisherigen
Umlaufgeldes der Republik gestaltet, die in ein großes
€ eingebettet sind. Die Umschrift lautet
SLOVENSKÁ KORUNA 1993 2008 und weist
damit auf die nur 15 Jahre währende Existenz einer eigenständigen
slowakischen Krone nach der Trennung von Tschechien im Jahr
1993 hin. Der Run auf diese Gedenkmünze, die wie keine
andere den Übergang des Landes zur Währungsunion
dokumentiert, wird nicht nur in der Slowakei selbst enorm
sein, auch viele westliche Euro-Sammler wollen sie sicherlich
besitzen, insbesondere weil sie zur EUROPA-Serie mit
Stern gehört.
Begehrter Kursmünzensatz
Aber auch die letzten Umlaufmünzen in alter Währung
sind begehrt. Derzeit gibt es insgesamt fünf Kursmünzen
zu 50 Heller (Halierov) sowie zu 1, 2, 5 und 10 Slowakischen
Kronen. Die kleinste Wertstufe zeigt den Turm der Burg Devin,
die auf einem Felsvorsprung über der Donau an der Grenze
zu Österreich liegt. Das 1-Kronen-Stück wird von
einer Madonnenstatue aus dem 15. Jahrhundert geschmückt,
die 2-Kronen-Münze hat als Motiv einen Venus-Torso aus
dem 4. Jahrtausend vor Christus. Eine keltische Münze
aus dem ersten vorchristlichen Jahrtausend ist auf dem 5-Kronen-Stück
abgebildet und der Höchstwert zeigt ein Bronzekreuz aus
dem 11. Jahrhundert.
Der letzte Kursmünzensatz in alter Währung ist traditionell
den historischen Landesteilen der Slowakei gewidmet und gilt
2008 den Regionen Podpolanie, Liptov sowie Pohronie und Horehronie.
Neben den fünf Umlaufmünzen ist zusätzlich
eine Bimetall-Gedenkprägung in dem aufwändig gestalteten
Jahressatz enthalten, die diese historischen Regionen würdigt.
Außer dem Kursmünzensatz und der Abschiedsmünze
sieht der Ausgabeplan der Slowakischen Nationalbank 2008 noch
zwei weitere Silbermünzen zu 200 und 500 Kronen vor,
die dem 100. Todestag des Wissenschaftlers und Geistlichen
Andrej Kmet beziehungsweise dem Nationalpark Niedere Tatra
gewidmet sind. Das Highlight des Ausgabejahres ist eine 5000-Kronen-Münze
in Gold. Sie soll im September erscheinen und gilt dem 400.
Krönungstag des ungarischen Königs Matthias II.,
der damals über das Gebiet der Slowakei herrschte.
Die neuen Euro- und Cent-Münzen
Die Slowakei (Slovensko) ging 1993 aus der Teilung der Tschechoslowakei
hervor und liegt zwischen Ungarn im Süden und Polen im
Norden. Westlich grenzt das Land an Tschechien und Österreich,
die rund 100 Kilometer lange Grenzlinie zur Ukraine markiert
zugleich einen Teil der Ostgrenze der Europäischen Union.
Im zu den Karpaten gehörenden Tatra-Gebirge bietet das
Land ein alpines Bild, während der Süden in die
ungarische Tiefebene übergeht. Hauptstadt des 5,5-Millionen-Einwohner-Staates
ist Bratislava (Preßburg), wo sich als wichtigster Export-Motor
auch ein Volkswagen-Werk befindet.
Die wechselvolle Geschichte des Landes, auf dessen Gebiet
in vorchristlicher Zeit die Kelten lebten und später
die Germanen, wurde ab dem 11. Jahrhundert von ungarischen
Königen beherrscht, die ihrerseits 1526 dem Machtbereich
der österreichischen Habsburger unterworfen wurden. 1804
wurde die Slowakei Teil des österreichischen Kaiserreichs
und rund 60 Jahre später von Österreich-Ungarn.
Nach dem Ersten Weltkrieg bildeten dann die Slowaken zusammen
mit den Tschechen die Tschechoslowakei.
Das Staatswappen zeigt ein sogenanntes Patriarchenkreuz, ein
Doppelkreuz, das schon seit dem Mittelalter ein Symbol der
Slowaken darstellt. Es erhebt sich über einem Dreiberg,
der die gebirgige Landschaft der Region versinnbildlicht.
Dieses Hoheitssymbol ist auch Motiv der neuen Münzen
zu 1 und 2 Euro. Auf den Münzen wird das Doppelkreuz
vor dem Hintergrund eines Reliefs aus stilisierten Felsen
gezeigt, die für Ausdauer und Stabilität des Staates
stehen. Das Design wurde von dem einheimischen Bildhauer Ivan
Rehak geschaffen.
Die zweistelligen Cent-Wertstufen stellen ein Wahrzeichen
der Hauptstadt in den Mittelpunkt, die Bratislavaer Burg.
Das historische Bauwerk befindet sich auf einem Felsen hoch
über der Stadt am linken Ufer der Donau und dient heute
Repräsentationszwecken und als Museum. Gestaltet wurde
das Motiv von Jan Cernaj und Pavel Karoly von der Münzstätte
in Kremnica.
Die drei kupferplattierten Kleinmünzen zu 1 bis 5 Cent
zeigen den 2494 Meter hohen Gipfel des Bergs Kriván
(Krummhorn) im Nationalpark Hohe Tatra, der in der Geschichte
des Landes eine große Rolle spielt und auch als Symbol
für den Naturreichtum des Landes steht. Drahomir Zobek,
der auch Gestalter der derzeit umlaufenden Kronen-Münzen
ist, hat das schlichte, aber eindrucksvolle Relief entworfen.
Die drei nationalen Motive der slowakischen Euro- und Centmünzen
wurden bereits 2004 in einem anonymen Wettbewerb von der Bevölkerung
des Landes ausgewählt und sollen die Slowakische Republik,
ihre europäischen Geschichts- und Kulturtraditionen sowie
das reiche Naturerbe künftig weit über die Grenzen
des Landes hinaus bekannt machen.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2008.
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