Editorial: Januar / Februar 2009 Aktuelles Heft
 
10 Jahre Euro: ganz neue Sammler-Perspektiven

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

„Der Euro ist da!“ – so lautete die Schlagzeile unserer
Titelgeschichte im Januar-Heft vor genau zehn Jahren. Zum 1.1.1999 war der Umrechnungskurs von D-Mark zu Euro auf fünf Stellen hinter dem Komma verbindlich festgelegt worden: Der Euro ist 1,95583 Mark wert. Damit galt der Euro als Parallelwährung neben den alten Valuten der damals elf Teilnehmerländer (Griechenland kam erst 2001 hinzu). Zwar gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht die neuen Münzen und Banknoten, aber alle bargeldlosen Zahlungen per Scheck oder Überweisung konnten ab sofort in Euro ausgeführt werden.

Man erinnert sich noch gut daran, dass plötzlich auf jeder Handwerkerrechnung der Betrag auch in Euro ausgewiesen war und in den Supermärkten die doppelte Preisauszeichnung zur Pflicht wurde. Die Bürger spürten: Jetzt wird’s wirklich ernst. Der lange, oft als schmerzlich empfundene Abschied von den alten Währungen hatte endgültig begonnen.

Ein Jahrzehnt ist das nun her. Wir haben uns daran gewöhnt, auch „in Euro zu denken“. Das ist auch besser so, sonst würde man ja trübsinnig beim Gedanken, dass eine Tasse Kaffee im Restaurant heute umgerechnet schon mal sieben Mark kostet... Und es gibt – neben den globalen Vorteilen des neuen, starken Währungsverbunds – auch für den Privatmann unbestreitbar Verbesserungen, etwa im Urlaub.

Für den Münzensammler hat die Einführung des Euro-Bargelds drei Jahre danach ganz neue Perspektiven eröffnet. Es ist ein Sammelgebiet entstanden, das spannender kaum sein könnte. Zwar ist es nur den Wenigsten vergönnt, „Euroland komplett“ zu besitzen. Zu groß ist die Zahl jährlicher Ausgaben aus den mittlerweile 19 Ländern, die Münzen in Euro und Cent ausgeben. Aber auch früher musste man sich ja spezialisieren und hat nicht versucht, mehr als ein Dutzend Länder zugleich lückenlos zu sammeln.

Von großer Beliebtheit ist deshalb die grenzüberschreitende EUROPA-Serie, die über ein spezielles gemeinsames Münzzeichen die Zugehörigkeit zur Kollektion belegt. Und natürlich die 2-Euro-Gedenkmünzen. Sie erleben geradezu einen Boom. Es sind die einzigen europäischen Gedenkmünzen, die in allen Mitgliedsstaaten offizielles Zahlungsmittel sind und durch ihre Spezifikationen für jeden erschwinglich sind.

Mit der zweiten Gemeinschaftsserie nach „50 Jahre Römische Verträge“ erhielt dieses Programm am 1. Januar kräftigen Nachschub. Gleich 16 neue Münzen mit „Strichmännchen-Motiv“ gilt es jetzt Album oder Kassette einzuverleiben. Das politisch wie numismatisch gleichermaßen interessante Thema: „10 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion – 10 Jahre Euro“.

Ihr


 


Das DEUTSCHE MÜNZEN MAGAZIN im Abonnement können Sie hier bestellen.

 

 
 
 

Copyright © 1987-2009 EMS-Verlag GmbH| Alle Rechte vorbehalten|