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Die beiden Kursmünzensätze
des Jahres 2009 (oben die Premium-Ausführung in Spiegelglanz)
sind bereits erschienen.

Wertsteigerung programmiert: Die zweite
100-Euro-Goldmünze des Vatikans erscheint im Sommer.


Die weiteren Ausgaben des Jahres (von
oben): 2-Euro-Gedenkmünze, Silbermünzen zu 5 und
10 Euro, sowie die beiden Goldausgaben zu 20 und 50 Euro Nennwert.
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Der Vatikan hat sein Ausgabeprogramm für das Jahr
2009 veröffentlicht und die Münzentwürfe vorgelegt.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine 100-Euro-Goldmünze,
deren Erstausgabe 2008 für Furore sorgte, als ihr Wert
in wenigen Tagen auf über 4.000 Euro hochschoss.
2008 gab der Vatikan seine erste 100-Euro-Goldmünze
heraus. Schon die Ankündigung glich einem Paukenschlag,
denn mit einer Auflage von nur 960 Exemplaren war klar, dass
diese Münze eine fulminante Wertsteigerung hinlegen würde.
Und so war es denn auch: Das 30 Gramm schwere Goldstück
brach alle Rekorde. Als kurz nach der Erstausgabe vereinzelt
die ersten Stücke auf den Markt kamen, schoss der Preis
sofort auf über 4.000 Euro in die Höhe. Bis heute
ist die Vatikan-Erstausgabe die wertvollste Euro-Goldmünze
überhaupt, sieht man einmal von einigen Münzriesen
ab, die allein schon aufgrund ihres hohen Gewichts mehr kosten.
Wertsteigerungen programmiert
Es war angenommen worden, dass der Vatikan diesen großen
Erfolg 2009 wiederholen würde. Jetzt besteht Sicherheit:
Im offiziellen Ausgabeprogramm 2009 ist wieder eine 100-Euro-Goldmünze
gelistet. Über das Ausgabedatum schweigt sich das Münzamt
des Kirchenstaats zwar noch aus, die Auflage wurde allerdings
bereits genannt. Sie liegt bei 998 Exemplaren und damit wieder
unter der 1000er-Grenze. Das Thema Sixtinische Kapelle
wird 2009 weitergeführt. Während die Erstausgabe
Michelangelos weltberühmtes Deckengemälde Die
Erschaffung des Adams zum Motiv hatte, ist die neue
Goldmünze dem Sündenfall und Vertreibung aus
dem Paradies gewidmet, ein weiteres Deckenfresco in
der Sixtinischen Kapelle, das der Renaissance-Künstler
vor genau 500 Jahren schuf. Auf dem Münzrelief ist ein
Ausschnitt des Werks zu sehen, das den Sündenfall
zeigt die biblische Szene, als Eva von der Schlage
die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis annimmt. Die
Vertreibung aus dem Paradies, die sich im Gemälde unmittelbar
anschließt, ist nicht dargestellt.
Kursmünzensätze im April
Neben diesem absoluten Vatikan-Highlight des Jahres, das aufgrund
seiner niedrigen Auflage wiederum nur einem sehr kleinen Kreis
betuchter Numismatiker vorbehalten bleibt, gibt es auch für
Normalsammler wieder eine ganze Reihe interessanter
Ausgaben mit Wertsteigerungspotential. Der Reigen begann traditionell
mit den beiden Kursmünzensätzen im April. Der Satz
in Stempelglanz mit einer Höchstauflage von 85.000 Exemplaren
enthält die acht Euro- und Centmünzen des aktuellen
Jahrgangs. Die Spiegelglanz-Version bietet neben den
seltenen Kursmünzen in Polierter Platte von
2009 zusätzlich noch eine Silber-Kunstmedaille,
die den Heiligen Johannes zeigt, einen der vier Evangelisten.
Dieses Premium-Set wird in einer mit gelbem Samt bezogenen
Kassette ausgeliefert und erscheint in einer Auflage von nur
noch 15.000 Stück 1.000 weniger als im Vorjahr.
Die künftigen Auflagen der
Vatikan-Kursmünzensätze dürften noch wesentlich
niedriger liegen (siehe Editorial).
Als nächste Ausgabe steht die diesjährige 2-Euro-Gedenkmünze
auf dem Programm. Sie gilt dem Internationalen Jahr der Astronomie
2009. Es wurde in Erinnerung an den 400. Jahrestag der ersten
Fernrohr-Himmelsbeobachtungen durch Galieo Galilei mit von
der UNO ausgerufen. Die Münze zeigt den italienischen
Gelehrten sowie unter anderem das von ihm selbst konstruierte
Teleskop. Zu dieser wie den folgenden Münzen wurden bislang
weder Ausgabetage noch Auflagen bekannt gegeben.
Die nun schon traditionelle 5-Euro-Silbermünze des Vatikans
ist 2009 dem 42. Weltfriedenstag gewidmet, der unter dem Motto
steht: Die Armut bekämpfen, den Frieden schaffen.
Das zweigeteilte Motiv zeigt eine wohlhabende weiße
Familie und eine schwarze Mutter mit ihren Kindern, die sich
die Arme reichen. Am oberen Bildrand ist eine Friedenstaube
angedeutet.
Nur auf der 2-Euro-Gedenkmünze ist der Papst nicht
abgebildet
Die 10-Euro-Gedenkmünze des Jahres würdigt ein landespezifisches
Thema: 80 Jahre Staat Vatikanstadt. Am 11. Februar 1929 unterzeichnete
Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri im Auftrag von
Papst Pius XI. und Italiens Diktator Benito Mussolini die
sogenannten Lateranverträge. Damit erlangte der Heilige
Stuhl die Souveränität zurück, die er mit dem
Verlust des Kirchenstaates im Jahr 1870 eingebüßt
hatte. Der Silber-Euro versinnbildlicht das Jubiläum
mit der geprägten Abbildung der besiegelten Vertragsrolle
sowie einer Schreibfeder und einer Friedenstaube.
Zum Ausklang des vatikanischen Münzjahrs 2009 gibt es
vor Weihnachten wieder zwei Goldmünzen aus der Reihe
Meisterwerke der Bildhauerkunst in der Vatikanstadt.
Sie zeigen den Teil einer Statue aus dem 4. Jahrhundert n.
Chr. Der Gute Hirte (20 Euro) sowie die berühmte
Skulptur Laokoon-Gruppe (50 Euro), die sich beide
in den Sammlungen der Vatikanischen Museen befinden.
Auf allen Vatikan-Münzen des Jahrgangs 2009 außer
der 2-Euro-Gedenkmünze findet sich das Porträt
des deutschen Papstes Benedikt XVI., teils in neuer Darstellung.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2009.
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