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Die Kursmünzensätze des Vatikan
(oben in PP und St) und von San Marino werden ab 2010 deutlich
geringere Auflagen haben, wenn eine neue EU-Richtlinie wie
geplant umgesetzt wird.

2009 scheint sich wieder etwas zu tun an
der monegassischen Münzenfront: Im offiziellen Journal
de Monaco stand Anfang Juli zu lesen, dass es mit der
Jahreszahl 2009 genau 143.326 neue 2-Euro-Kursmünzen
geben wird und zwar als Rollenware für den Umlauf!
Man darf gespannt sein, in welche Preisregionen sich dieses
eigentlich ganz normale Geldstück aufschwingen wird,
ist es doch der erste Doppeleuro in Stempelglanz, der den
neuen Herrscher, Fürst Albert II., zeigt.
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Monaco, San Marino, Vatikan wer an Wertsteigerungen
bei Euromünzen denkt, dem fallen auf Anhieb diese drei
Namen ein. Der Grund: Im Vergleich zu den anderen Euro-Ländern
sind die Auflagen in diesen Kleinstaaten verschwindend gering.
Und in Zukunft wird das Angebot noch knapper. Schuld ist eine
neue EU-Richtlinie.
Sie sind keine Vollmitglieder der Europäischen Union,
aber sie dürfen den Euro prägen: Die Kleinstaaten
Monaco, San Marino und Vatikan. Durch Währungsabkommen
sind sie über ihre EU-Mutterländer Frankreich und
Italien mit dem Euroraum verbunden. Bis zu einer jeweiligen
Höchstgrenze, beispielsweise einer Million Euro Nennwert
jährlich beim Vatikan, ist es den Ministaaten gestattet,
Münzen in Euro-Währung auszugeben. Damit wurde der
Tatsache Rechnung getragen, dass diese drei Länder auch
schon vor 2002 eigene Münzen prägen durften
damals noch in Francs und Lire.
War das Interesse der Sammler an diesen Vor-Euro-Münzen
noch eher verhalten, so entstand mit der Währungsumstellung
ein gewaltiger Run auf die Kleinstaatenmünzen. Denn nun
gehörten sie nicht nur zur jeweiligen Länderkollektion,
die man nach Belieben sammeln konnte, jetzt waren die Münzen
von Monaco, San Marino und dem Vatikan plötzlich unverzichtbarer
Bestandteil einer vollständigen Euro-Kollektion. Jeder
Komplettsammler wollte (und will) sie besitzen. Allein: Die
Miniauflagen gestatten dieses Privileg nur sehr wenigen. Und
weil bei hoher Nachfrage aber geringem Angebot bekanntlich
die Preise steigen, kam es zu den teils schon legendären
Wertsteigerungen.
Ab nächstem Jahr dürfte sich die Situation noch
einmal verschärfen. Schuld daran ist eine neue gemeinsame
Leitlinie der EU-Kommission. Wörtlich heißt es
in der von den Staats- und Regierungschefs der EU am 10. Februar
2009 gebilligten Richtlinie: Euro-Umlaufmünzen
sollten zum Nennwert in Umlauf gebracht werden. Des ungeachtet
kann ein kleiner Teil der ausgegebenen Euro-Münzen zu
einem höheren Preis veräußert werden, wenn
dieser Preis durch eine besondere Qualität oder Aufmachung
gerechtfertigt ist. Im Klartext bedeutet das, dass künftig
mehr als die Hälfte der geprägten Umlaufmünzenmenge
zum Nennwert in Verkehr gebracht werden soll und nur der verbleibende
kleinere Teil in Polierter Platte oder als Kursmünzensätze
vom Ausgabeland über Nominal verkauft werden darf.
Für Deutschland und die anderen großen Euro-Länder
bringt die neue Richtlinie insoweit keine Veränderungen.
Anders dagegen bei den Kleinstaaten San Marino und Vatikan,
die dadurch erhebliche finanzielle Einbußen hinzunehmen
hätten. Denn hier gelangen derzeit praktisch überhaupt
keine Kursmünzen regulär in den Umlauf. Der Vatikan
beispielsweise gibt für 2009 eine Höchstauflage
von 91.400 kompletten Serien in Stempelglanz an, von denen
85.000 zu Kursmünzensätzen verpackt und zu einem
höheren Preis als 3,88 Euro, also der Summe der aufgeprägten
Nennwerte, ausgegeben wird.
Umsetzung der EU-Richtlinie sorgt für niedrigere Sammlerauflagen
Sollte die Richtlinie so umgesetzt werden, bedeutet dies,
dass (inklusive Spiegelglanz) von den etwas mehr als 106.000
kompletten Serien pro Jahr nur noch rund 50.000 als Kursmünzensätze
ausgegeben werden sollen. Die Auflage der Sätze würde
also glatt halbiert! Bei gleichbleibend hoher Nachfrage dürften
die Preise für Vatikan-Jahressätze deshalb ab 2010
explodieren.
Möglicherweise ist das letzte Wort in dieser Sache noch
nicht gesprochen. Vom Vatikan jedenfalls war zu hören,
dass die Umsetzung der EU-Leitlinien zu operativen Problemen
führen werde, deshalb müsse man nochmals miteinander
sprechen. In einem Interview mit dem ZDF, das am 23.
Juni ausgestrahlt wurde, sagte Pier Paulo Francini, Direktor
des vatikanischen Münzamts, dieses Abkommen spricht
von einer Möglichkeit, aber nicht von Zwang. In
der Tat sind alle Formulierungen der Richtlinie im Konjunktiv
gehalten. Davon sollte man sich jedoch nicht täuschen
lassen. Da die Münzhoheit bei den Mitgliedsländern
liegt, kann die EU hier nicht bindend anordnen. Allerdings
wurden bislang alle Leitlinien der EU-Kommission zum Thema
Münzen wie Gesetze befolgt. Und es ist mehr als fraglich,
ob Frankreich und Italien davon abweichen werden. Denkbar
ist jedoch, dass die Obergrenzen für die Ausgabe von
Münzen in den Währungsabkommen mit den Kleinstaaten
etwas heraufgesetzt werden und damit die Folgen der neu-
en EU-Leitlinie etwas abgemildert werden.
In jedem Fall ist aber davon auszugehen, dass die Auflagen
der Kursmünzensätze und der 2-Euro-Gedenkmünzen
in Blisterverpackung von San Marino und dem Vatikan ab 2010
deutlich geringer ausfallen werden als bisher. Noch höhere
Wertsteigerungen sind damit vorprogrammiert. Monaco ist von
dieser Entwicklung kaum betroffen, machte das Fürstentum
doch von seinem Recht, Euro-Münzen herauszugeben, schon
in der Vergangenheit längst nicht in vollem Umfang Gebrauch.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2009.
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