Editorial: November/Dezember 2009 Aktuelles Heft
 
Gold auf neuem historischem Höchststand

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

Der Goldpreis erreichte Anfang Oktober einen neuen historischen Höchststand. Nach dem bisherigen Allzeithoch von 1.032 US-Dollar im Jahr 2008 kletterte der Preis für das gelbe Edelmetall jetzt auf über 1.050 Dollar je Feinunze! „Bundesbürger im Goldrausch“ titelte die Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ am 8. Oktober und verweist darauf, dass die Deutschen einen immer größeren Teil ihrer Ersparnisse in Gold anlegen. Quer durch alle Medien wird über die immer neuen Rekordmarken bei Gold berichtet und – gerätselt, woran das wohl liegen mag.

Bemerkenswert ist, dass die aktuelle Nachfrage nicht wie früher in erster Linie aus der Schmuckindustrie kommt, beispielsweise zur Hochzeitssaison aus Indien, sondern von Investoren. Gold als Anlagegut macht mittlerweile über die Hälfte aller Käufe weltweit aus. Sowohl die Spekulanten an den Kapitalmärkten als auch die ganz normalen Sparer setzen heute auf Gold.

Die Menschen werden vom Misstrauen in das Finanzsystem getrieben, von der Angst vor Geldentwertung als Folge der Finanzkrise. Auch wenn erste Anzeichen für einen Konjunkturaufschwung sichtbar sind, die Bargeld-Milliarden, die von den Regierungen in aller Welt in den Wirtschaftskreislauf gepumpt wurden, könnten sich schon in naher Zukunft als Bumerang erweisen und die Inflation anheizen. Viele Sparer entscheiden sich deshalb, so „Die Welt“, derzeit „bewusst gegen Euro, Dollar oder Yen als Wertaufbewahrungsmittel“. Sie suchen den sicheren Hafen im Gold. Und zwar nicht in „Papier-Gold“, wie Zertifikate oder Aktien, sondern in echtem, physischem Gold in Form von Münzen oder Barren.

Nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung vom März messen inzwischen fast 90 Prozent der Anleger bei ihrer Anlageentscheidung dem Sicherheitsaspekt eine entscheidende Bedeutung bei. Der Renditeaspekt rückt dagegen mit 51 Prozent deutlich in den Hintergrund. Es hat sich offenbar ein neuer Investoren-Typ herausgebildet, der das Edelmetall dauerhaft behalten will und sich nicht von Kursschwankungen beeindrucken lässt. Er verkauft nicht, wenn stattliche Kursgewinne zu Buche stehen und wird nicht nervös, wenn Gold auf Talfahrt geht.

Das trägt sicherlich dazu bei, dass der Aufwärtstrend des Goldes nun schon über Jahre stabil ist.

Ihr


 


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