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Professor Ulrich Böhme aus Stuttgart
symbolisierte "300 Jahre Porzellan-herstellung in Deutschland"
mit einem zerbrochenen Teller. Ein umstrittener Entwurf.
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Ein zerbrochener Teller als Münzmotiv sorgt bei
den Sammlern für Diskussionen. Wird damit das Jubiläum
"300 Jahre Porzellanherstellung in Deutschland"
gebührend gewürdigt? Auch im Preisgericht war man
sich da wohl nicht so ganz sicher, denn der Entwurf von Prof.
Ulrich Böhme aus Stuttgart kam nicht einstimmig auf Platz
1.
Bei der 10-Euro-Gedenkmünze "300 Jahre Porzellanherstellung
in Deutschlabnd", die für den 8. Juli 2010 angekündigt
ist, gab es für die am Wettbewerb teilnehmenden Künstler
eine wichtige Vorgabe zu beachten: Ähnlich wie beim 2002er
Silber-Euro 50 Jahre Deutsches Fernsehen durfte
bei der Gestaltung nicht auf den Markennamen verwiesen werden,
auf den sich das Jubiläum eigentlich bezieht. Das heißt,
beim Design der TV-Münze war keine konkrete Nennung des
ersten deutschen Fernsehens der ARD möglich, und beim
neuen Motiv zur Porzellanherstellung war kein Verweis auf
die 1710 gegründete, erste deutsche Manufaktur in Meißen
(etwa durch deren Logo mit den gekreuzten Schwertern) erlaubt.
Vielleicht mit ein Grund, weshalb sich die Fachjury auch hier
für ein sehr reduziertes symbolhaftes Design entschied
wenngleich die Entscheidung offenbar umstritten war,
denn sie fiel nicht einstimmig, dieser Zusatz fehlt in der
offiziellen Pressemitteilung.
Zauber der Zerbrechlichkeit
Bei seinem erstplatzierten Entwurf stellt Professor Ulrich
Böhme aus Stuttgart, von dem auch der Gold-Euro Bamberg
2004 und die diesjährige Silbermünze Keplersche
Gesetze stammt, bildfüllend einen in drei Teile
zerbrochenen Teller dar. Bei dieser Idee lobte das Preisgericht
die erfrischende und unkonventionelle Weise, in
der sich der Künstler mit dem Thema Porzellan auseinandersetzt
und dabei auf eine Wesensart des Porzellans hinweist, nämlich
seine Zerbrechlichkeit. Dies inspirierte dann wohl auch die
Fachjury bei ihrer Wahl der Randschrift: ZAUBER DER ZERBRECHLICHKEIT,
die zu keinem der anderen eingereichten Münzentwürfe
so gut und eindeutig passen würde.
Dem kritischen Betrachter erschließt sich allerdings
nicht unbedingt, warum gerade und nur des Porzellans Zerbrechlichkeit
Münzmotiv wird, wo doch das Thema eigentlich dessen Herstellung
ist. Schwer nachvollziehbar ist auch, warum die Verwendung
unterschiedlicher Schrifttypen in der Umschrift, was ansonsten
in der Regel bemängelt wird, diesmal im Ergebnisprotokoll
keine Kritik erfährt. Insbesondere, da es beim geschwungenen
Wort Porzellan, das auf dem Gipsentwurf teilweise
schon den Randstab berührt, dadurch zu Problemen bei
der Prägung kommen könnte.
Spezifikationen: 300 Jahre Porzellanherstellung in Deutschland,
2010, 10 Euro, Silber 925/1000, Ø 32,5 mm, 18 g, Auflagen
werden noch festgelegt, Prägestätte Stuttgart (F).
Vollständiger Artikel mit Darstellung der Konkurrenzentwürfe
im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe November/Dezember
2009.
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