Aktuell: Mai / Juni 2010 Aktuelles Heft
 
10 Euro "Urvogel Archaeopteryx" 2011

Den ersten Preis erhielt Barbara Ruppel aus Krailling für die naturgetreue Darstellung des originalen Archaeopteryx-Ausstellungsexemplars im Berliner Museum für Naturkunde.

 

 

 

Im Münzwettbewerb zur Gestaltung der deutschen 10-Euro-Gedenkmünze „Urvogel Archaeopteryx“ für 2011 war Barbara Ruppel aus Krailling gleich doppelt erfolgreich: Von ihr stammen sowohl das erst- als auch drittplatzierte Modell.

Es kommt nur selten vor, dass ein Künstler oder eine Künstlerin, die zu einem deutschen Münzwettbewerb eingeladen werden, gleich mehrfach darin prämiert wird. Umso mehr darf sich nun Barbara Ruppel aus Krailling freuen, deren beide eingereichten Entwürfe für den 2011 erscheinenden Silber-Euro „150 Jahre Entdeckung des Urvogels Archaeopteryx“ sowohl den ersten als auch dritten Preis erhielten. Deren einheitliche Wertseite entspräche in ihrer kompositorischen und künstlerischen Eleganz den jeweiligen Bildseiten, so die Fachjury. Außerdem stehe die Klarheit der Schrift in einem spannungsvollen Kontrast zur Lebendigkeit des Federkleides des Adlers.

Archaeopteryx-Exemplar aus dem Berliner Museum für Naturkunde

Ähnlich ist auch die Aufschrift der Bildseiten beider Entwürfe, die umlaufend entlang dem Münzrand den Titel nennt und zentral als kleinere Inschrift auf die Fundstätten der zehn bislang bekannten Exemplare des Archaeopteryx verweist: die 150 Millionen Jahre alten Solnhofener Plattenkalke des Fränkischen Jura bei Solnhofen und Eichstätt. Dagegen unterscheiden sich die beiden Bildmotive von Barbara Ruppel deutlich. Zum einen rekonstruiert sie bei der drittplatzierten Arbeit in eigener Interpretation das originale Fundstück, zum anderen gibt ihr Siegermodell das Archaeopteryx-Exemplar des Berliner Naturkundemuseums naturgetreu und plastisch ausgeformt wieder. Damit ist es der Künstlerin laut Preisgericht „hervorragend gelungen, das Besondere des Fossils darzustellen, nämlich die typische Mischung der Merkmale, die den Charakter des Urvogels als Bindeglied zwischen Dinosauriern und Vögeln dokumentieren.“

Das Berliner Urvogel-Exemplar diente auch als Vorlage für den viertplatzierten Entwurf von Susanne Kraißer aus Belzig. Allerdings bemängelte die Jury hier die Darstellung des Schädels sowie die zu klein gewählte Umschrift.

Urvogelfeder als Steinabdruck

Überrascht zeigte sich das Preisgericht von der am Ende zweitplatzierten Arbeit Waldemar Wronskis aus Vienenburg, „da er bewusst nicht den Erwartungen entspricht, eines der Urvogel­skelette darzustellen.“ Vielmehr greift er auf das tatsächlich erste entdeckte Archaeopterix-Fossil zurück: die bereits 1860 – ein Jahr nach Erscheinen von Darwins „Entstehung der Arten“ – durch Hermann von Meyer beschriebene fossile Feder aus Solnhofen, eingebettet in ihre Kalksteinplatte. Allerdings, so die Jury, spiegele das Bildmotiv nicht das Wesentliche, welches dem Urvogel seine außerordentliche Bedeutung gebe: die Mischung typischer Merkmale von Dinosauriern und Vögeln, wie sie nur an den Urvogelskeletten zu erkennen seien.

Spezifikationen: 150 Jahre Entdeckung Urvogel
Archaeopterix, 2011, 10 Euro, Silber 625/1000,
ø 32,5 mm, 16 g, Auflagen werden noch festgelegt, ­Prägestätte Berlin (A).

Vollständiger Artikel mit Darstellung der Konkurrenzentwürfe im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2010.


 


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