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Die Welt im Goldrausch: Zunehmend entdecken Geldanleger
auch historische Goldmünzen für sich und verknappen
so die ohnehin geringen Mengen weiter. Die Folge: Seit Jahren
verzeichnen zum Beispiel die Goldmünzen des Deutschen
Kaiserreichs kontinuierliche Wertzuwächse.
Wenn es ums Thema Geldanlage geht, steht Gold gegenwärtig
ganz weit oben. Gerade Investoren, die nach sicheren und zugleich
gewinnträchtigen Alternativen suchen, kaufen vermehrt
wertvolle Münzen. Gefragt sind neben modernen Anlagemünzen
seit geraumer Zeit auch verstärkt historische Goldmünzen.
Sie verfügen neben dem reinen Edelmetallwert oft über
einen beträchtlichen Sammlerwert. Da diese Münzen
nicht beliebig vermehrt werden können, die Nachfrage
aber immer weiter wächst, ist deren Wertsteigerungspotenzial
besonders groß.
Durch den anhaltenden Goldpreis-Boom (siehe auch "Editorial")
rückte damit auch ein absoluter Klassiker unter den deutschen
Münzensammlungen noch stärker in den Mittelpunkt
des Interesses: die Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs.

Das enorme Interesse für Münzen aus dem Deutschen
Kaiserreich bestätigten beispielsweise auch die Veranstalter
der letzten Westfälischen Münz- & Sammlerbörse
in Dortmund, wo diese teilweise mehr als ein Jahrhundert alten
Exemplare zu den Publikumslieblingen zählten.
Auch sei allgemein ein lebhafter Handel mit Gold- und Silbermünzen
zu beobachten gewesen
Deutlich bemerkbar macht sich die gegenwärtig erhöhte
Nachfrage für das Kaiserreich-Gold auch in Ankaufspreisen
von Münzhändlern, die seit unserem letzten Bericht
zu diesem Thema in Heft 5/2009 kontinuierlich nach oben tendieren.
Offenbar ist das Angebot im diesem Bereich stark geschrumpft
und gleichzeitig die Bereitschaft von Sammlern, sich von historischen
Goldmünzen mit Landesbezug zu trennen, signifikant zurückgegangen.
Deshalb werden heute Händler-Ankaufspreise bewilligt,
die teils weit höher liegen als die entsprechenden Verkaufspreise
noch vor Jahresfrist. Die Flucht in Sachwerte
ist ungebrochen.
Dies trifft umso mehr auf die sehr seltenen Topraritäten
unter den Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs zu. Als
Exempel lässt sich etwa die erste und einzig 1888 erschienene
Goldmünze des bayerischen Königs Otto anführen,
die mit 10 Mark Nennwert in München geprägt wurde.
Noch seltener und wertvoller wird es bei den Goldmünzen
der Freien Hansestadt Bremen, von denen es lediglich ein 20-Mark-Stück
von 1906 sowie eine Ausgabe zu 10 Mark aus dem Jahr darauf
gibt. Angesichts der bereits ursprünglich minimalen Auflagen
knapp über 20.000 sind hier hohe Liebhaberpreise zu zahlen.
Ganz exklusiv wird es dann beim Angebot von Goldmünzen
des Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe, der nur in den
Jahren 1898 und 1904 jeweils ein 20-Mark-Stück in 5000er
Miniauflage prägen ließ. Solche Topraritäten
stellen sowohl für anspruchsvolle Sammler als auch längerfristig
orientierte Anleger wahre Geheimtipps dar.
Gegenüber dem Deutschen Münzen Magazin sagte der
Numismatiker und Goldexperte Horst-Rüdiger Künker
aus Osnabrück dazu: Das ist wie bei den meisten
Kunstgegenständen: Zur reinen Geldanlage kommt hier noch
die Freude am Besitz dieser schönen Münzen hinzu.
Deshalb ist die Nachfrage gerade nach Stücken in Besterhaltung
ungebrochen hoch. Das treibt die Preise unabhängig
vom aktuellen Edelmetallkurs.
50 Prozent höhere Katalogpreise
Aber auch Jahrgänge von Goldmünzen des Deutschen
Kaiserreichs, die bis vor Kurzem noch relativ häufig
und preiswert angeboten wurden, sind knapp geworden. So verzeichnet
der Kleine Deutsche Münzkatalog gerade bei
vorzüglich erhaltenen 20-Mark-Goldmünzen
Preußens dramatische Wertsteigerungen. Gegenüber
der Ausgabe 2008 liegen die Bewertungen im Katalog 2010 teilweise
um bis zu 50 Prozent höher. Aus der Konkurrenz durch
Anleger können Sammler also auch ihren Nutzen ziehen:
Sie frönen ihrer Leidenschaft und profitieren gleichzeitig
von den Wertsteigerungen.
Ob der Zug bereits abgefahren ist? Das wollen heute natürlich
viele Neueinsteiger und Sammler wissen, die noch Lücken
in Ihrer Kaiserreich-Gold-Sammlung zu schließen haben.
Die Mehrzahl der Experten meint: nein! Es besteht angesichts
des intakten Aufwärtstrends bei den Edelmetallen immer
noch genügend Luft nach oben. Vorläufig
dürften die Preise also weiter steigen.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2010.
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