Aktuell: September/Oktober 2011 Aktuelles Heft
 
Erste deutsche 10-Euro-Gedenkmünze 2012:
300. Geburtstag von Friedrich dem Großen

Erich Ott setzte die
Botschaft „Friedrich II.
als europäischer
Staatsmann und
Aufklärer“ nach Jury-
Ansicht am
überzeugendsten um.


 

Die erste 10-Euro-Gedenkmünze des Jahres 2012 gilt dem 300. Geburtstag von Friedrich dem
Großen, dem berühmtesten aller Preußenkönige. Erich Ott aus München gestaltete das Motiv,
das am 9. Februar erscheinen soll.

Kein Preußenkönig vor ihm und keiner danach erlangte die Berühmtheit von Friedrich II., den man schon zu Lebzeiten „den Großen“ nannte. Und keiner regierte das Königreich länger als er: 46 Jahre, zwei Monate und 17 Tage war er im Amt und führte Preußen durch Krieg und Diplomatie zur Großmacht. Er war absoluter Herrscher und genialer Heerführer, Aufklärer und Freigeist. Er war der „Philosoph von Sanssouci“, Hundenarr und Frauenfeind. Sein facettenreicher Charakter machte Friedrich II. zu einer der umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte. Altbundespräsident Richard von Weizsäcker sagte einmal über Friedrich den Großen: „Die einen verherrlichen ihn als Vorbild eines Herrschers – und sie haben Recht. Andere verdammen ihn als gewissenlosen Zyniker – auch sie haben Gründe dafür.“

Am 24. Januar 2012 jährt sich der Geburtstag von Friedrich II. zum 300. Mal. Wenige Tage später, am 9. Februar, ist der Erstausgabetag einer 10-Euro-Gedenkmünze zu seinen Ehren geplant. Das Modell stammt von Erich Ott aus München, der als Motiv-Vorlage das einzige authentische Bildnis von Friedrich dem Großen wählte. Es wurde 1763 geschaffen von dem Porträtmaler Johann Georg Ziesenis, dem Friedrich als Einzigem persönlich Modell gesessen hatte. Als Umschrift findet sich – neben den Daten zum Ausgabeanlass – ein berühmtes Zitat des Monarchen: „In meinem Staate kann jeder nach seiner Façon selig werden.“ Es stammt aus den ersten Regierungstagen des Königs und wird als klares Bekenntnis zu Toleranz und Eigenverantwortung gewertet. „Insgesamt werden damit die aktuellen Botschaften des Jubiläums 2012 vermittelt, Friedrich II. als europäischen Herrscher des 18. Jahrhunderts im Sinne der Aufklärung zu verstehen“, begründet die Wettbewerbs-Jury ihre Entscheidung für den 1. Preis. Gelobt werden außerdem die „klare Formensprache und Typografie“ von Bild- und Wertseite, die durch „einen prägnanten Bundesadler bestimmt ist“. Ein weiteres Zitat Friedrichs (aus seinem politischen Testament von 1752) wurde als Randschrift festgelegt: „MICH MEINEN MITBÜRGERN NÜTZLICH ERWEISEN“.

Wie seit der Umstellung der Spezifikationen im Juni 2011 üblich, erscheint die Münze mit zwei unterschiedlichen Wertseiten, bei der die Spiegelglanz-Version aus Edelmetall zusätzlich den Schriftzug „Silber 625“ trägt. Über die Auflagen schweigt sich das Bundesfinanzministerium noch aus.

Spezifikationen:
300. Geburtstag Friedrich II. 1712-1786, 10 Euro, Silber 625/1000, 16 g (Spiegelglanz), CuNi25, 14 g (Stempelglanz). ø 32,5 mm, Auflagen werden noch festgelegt. Prägestätte Berlin (A).


Vollständiger Artikel mit Konkurrenzentwürfen im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN September/Oktober 2011.


 


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