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Nach dem Euro-Beitritt Estlands 2011 erscheint eine
2-Euro-Gemein-schaftsausgabe jetzt erstmals motivgleich in
17 Staaten. Die einzelnen Münzen zum 10-jährigen
Jubiläum der Euro-Bargeld-einführung 2012 unterscheiden
sich durch die Länder-Inschriften.
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Am 1. Januar 2012 jährt sich die Einführung
des Euro-Bargelds zum 10. Mal. Zu diesem runden Jubiläum
erscheint nach 50 Jahre Römische Verträge
(2007) und 10 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion
(2009) jetzt die dritte 2-Euro-Gemeinschafts-
ausgabe. Sie besteht 2012 aus 17 motivgleichen Gedenkmünzen
mit den unterschiedlichen Inschriften der Ausgabeländer.
Wie schon 2009 wurde das neue Gemeinschaftsmotiv über
eine europaweite Abstimmung im Internet von der Bevölkerung
gewählt. Eine Premiere stellt allerdings die Tatsache
dar, dass sich auch am Design-Wettbewerb selbst jeder Einwohner
eines Mitgliedsstaates der Eurozone beteiligen konnte. Auf
der eigens eingerichteten Internetseite konnte sich jedermann
eine leere Münzvorlage herunterladen und das gelbe Rund
des inneren Kerns nach seinen Vorstellungen gestalten.
Insgesamt wurden so mehr als 800 Entwürfe eingereicht,
aus denen durch eine Jury fünf Motive vor-ausgewählt
und im Internet zur Wahl gestellt wurden. Und zwar anonym:
Die Regeln untersagten bis zur Bekanntgabe des Siegers die
Designer oder Ursprungsländer der Entwürfe zu nennen,
damit die Abstimmung dadurch nicht verfälscht wurde.
An dem Online-Voting beteiligten sich nach offiziellen EU-Angaben
fast 35000 Bürger aus ganz Euroland. Mehr als ein Drittel
von ihnen, nämlich 34 Prozent, stimmten für ein
Motiv aus Österreich, das von Helmut Andexlinger, mit
39 Jahren jüngster Münzdesigner der Münze Österreich,
geschaffen wurde. Ein Profi setzte sich also am Ende gegen
die zahlreichen Hobby-Künstler durch, die ebenfalls an
dem Gestaltungswettbewerb teilgenommen hatten.
Eine Münze für 17 Länder mit 330 Millionen
Einwohnern
Weder meine Familie, noch Freunde und Kollegen wussten
von meiner Einreichung, verrät Andexlinger. Als
mein Entwurf dann unter den Top-Fünf zur Abstimmung stand,
durfte ich erst recht nichts verraten. Ein Honorar bekam
der Sieger übrigens für seine Arbeit nicht. Neben
dem 1. Preis, einem nicht näher beschriebenen hochwertigen
Set von Euro-Sammlermünzen, freut sich Andexlinger
vor allem über die Ehre, auf einen Streich für 17
Länder mit 330 Millionen Bürgern eine Münze
gestaltet zu haben. Nach über 50 ersten Plätzen
und mehreren internationalen Titeln ist sein jüngster
Erfolg auch sein bisher größter für
sich und Österreich , wie er selbst sagt.
Gemeinschaftsmotiv mit zentralem Euro-Symbol
Das Motiv zeigt zentral das Euro-Symbol vor einer Weltkugel.
Darum herum sind grafisch Bereiche angedeutet, für die
der Euro eine besondere Rolle spielt: Eine Familie und Wohnhäuser
stehen für den Menschen, ein Schiff für den Handel
und das Gebäude der Europäischen Zentralbank für
die Finanzwelt. Eine Fabrik symbolisiert die Industrie, Windräder
verkörpern Forschung und Entwicklung. Die halbrund angeordneten
Worte ISSUING COUNTRY (Ausgabeland) waren der
Platzhalter für die jeweilige Landesbezeichnung, die
Jahreszahlen 20022012 sind der
Hinweis auf das Jubiläum. Die Inschriften sind dann von
den Ausgabestaaten entsprechend eingesetzt worden, also etwa
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND. Außerdem finden sich auf
den nationalen Versionen unterschiedliche Münzzeichen.
In Deutschland beispielsweise wurde der Prägebuchstabe
(fünf Versionen mit A, D, F, G und J) klein und
fast nur mit der Lupe zu erkennen rechts unten neben
der Jahreszahl 2012 platziert. Insbesondere bei Staaten ohne
eigene Prägestätte kann der Sammler so den Herstellungsort
der Münze erkennen.

Luxemburg bildet wieder die große Ausnahme
Eine große Ausnahme macht auch bei dieser Serie wieder
Luxemburg, wo laut Landesgesetz auf jeder Münze der Großherzog
abgebildet sein muss. Da bei der Gemeinschaftsausgabe auf
der Rückseite die 2-Euro-Wert-seite geprägt wird,
muss der Monarch auf der Motivseite gezeigt werden. 2007 behalf
man sich mit einem Latentbild (Wackelbildchen)
das je nach Lichteinfall einen Teil des Gemeinschaftsmotivs
zeigt oder aber das Porträt des Großherzogs. Allerdings
war der Effekt insbesondere in Normalprägung oft nur
schwer zu erkennen. 2009 (10 Jahre WWU) kam dann
die weiterentwickelte Technik des Multi-View-Minting
zum Einsatz: Bei direkter Draufsicht ist das Gemeinschaftsmotiv
zu sehen und bei Betrachtung im seitlichen 45-Grad-Winkel
ein Bild von Großherzog Henri über die ganze Fläche
des goldfarbenen Kerns in zwei unterschiedlichen Perspektiven.
2012 ist das Porträt des Großherzogs im Wechsel
mit dem Euro-€ auf der Weltkugel in der Mitte zu sehen.
Die Münzmeisterzeichen Segel und Merkurstab zeigen, dass
die Luxemburg-Ausgabe 2012 wieder aus der niederländischen
Münze in Utrecht kommt. In den Niederlanden selbst übrigens
wurde die Vorgabe, dass auf jeder nationalen Münze die
Königin erscheinen muss, eher pragmatisch gelöst:
Für Euro-Gemeinschaftsserien wurde 2006 das Münzgesetz
entsprechend geändert.
Ausgabeländer sind die 17 Euro-Vollmitglieder
Erstmals also erscheint eine Gemeinschaftsserie nach dem Beitritt
Estlands 2011 motivgleich in 17 Staaten. Die mit Frankreich
bzw. Italien assoziierten Kleinstaaten Monaco, San Marino
und Vatikan, die keine EU-Vollmitglieder sind, nehmen traditionell
nicht an diesem länderübergreifenden Programm teil.
Für Sammler hat das auch Vorteile, denn so bleibt aufgrund
fehlender Kleinstauflagen die Kollektion erschwinglich und
ist dennoch komplett. Und wie bei einem Top-Sammelgebiet nicht
anders zu erwarten, bietet der Handel passende, eigens beschriftete
Kassetten an, in denen sich alle 17 Gedenkmünzen im 2-Euro-Format
stilvoll aufbewahren und präsentieren lassen. Gute Voraussetzungen
also für ungetrübten Sammelspaß zum 10. Geburtstag
des Euro.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN Januar/Februar 2012.
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