Aktuell: Januar/Februar 2012 Aktuelles Heft
 
300. Geburtstag Friedrichs des Großen:
Der Preußenkönig im Münzbild














Moderne und historische Münzmotive Friedrichs des Großen (von oben): 10 Euro 2012, 5 D-Mark 1986, Halb-Friedrich d’or 1751, Reichstaler 1779 und 1/24-Taler aus dem Jahr 1782 mit königlichem
Monogramm.


 

Zu seinem 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 kommt der Preußenkönig Friedrich II. auf einer deutschen 10-Euro-Münze einmal mehr zu numismatischen Ehren. Zu Lebzeiten bestimmte er die Münzgeschichte mit verschiedenen Neuerungen, wie der Einführung des Friedrich d'or oder des Prägezeichens "A" für Berlin. Zugleich bezeugen die zeitgenössischen Münzen seine Wandlung vom Feldherrn zum "Alten Fritz".

Friedrich der Große (1712-1786) gehört zu jenen Persönlichkeiten der Geschichte, bei denen die Geburtstags- und Todestagsjubiläen nur ein Jahr auseinander liegen. So kommt es, dass wir beispielsweise erst in Heft 4/2011 dem 225. Todestag des berühmtesten Preußenkönigs gedacht haben und nun erneut über einen großen Jahrestag Friedrichs des Großen berichten: den 300. Geburtstag des am 24. Januar 1712 in Berlin geborenen Monarchen. Diesem großen runden Jubiläum hat das Bundesfinanzministerium in Sachen Münzehrung natürlich den Vorzug gegeben und Friedrich der Große wird nun anlässlich seines 300. Geburtstags mit einer 10-Euro-Ausgabe gewürdigt (wir berichteten). Sie erscheint am 9. Februar nach einem Entwurf des renommierten Münzdesigners Erich Ott aus München.

Mit seinem Altersbildnis ist Friedrich der Große bereits auf einer 5-DM-Gedenkmünze von 1986 anlässlich seines 200. Todestages porträtiert worden– es war übrigens der letzte bundesdeutsche Gedenkfünfer vor der Umstellung auf 10-DM-Gedenkmünzen. Sie zeigt ihn in Offiziersuniform mit Generalshut und links aufgenähtem Bruststern des Schwarzen Adlerordens. Im selben Jahr gab auch die damalige DDR zwei Sondermünzen heraus, die zwar nicht offiziell das Jubiläum des Preußenkönigs würdigten, aber zumindest mit Schloss Sanssouci und dem Neuen Palais in Potsdam seinen beiden wichtigsten Bauten gewidmet waren.

Einführung des Friedrich d’or 1741

Numismatische Zeitzeugen Friedrichs des Großen sind dagegen die von ihm selbst herausgegebenen Münzen, die wir nachfolgend näher beleuchten. So spiegelt sich seine von Kriegen geprägte frühe Amtszeit auch auf seinen Münzporträts wider, die ihn anfangs stets im militärischen Brustpanzer zeigen. Leider gibt es davon nur noch sehr wenig gut erhaltene Exemplare, was umso bedauerlicher ist, als Friedrich bereits ein Jahr nach seiner Thronfolge mit dem nach ihm benannten „Friedrich d’or“ – nach dem Vorbild des französischen „Louis d’or“ – eine neue Goldmünze in Preußen einführte, die von seinen Nachfolgern noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts weitergeprägt werden sollte. Der Wert des „Friedrichs aus Gold“ entsprach fünf Talern. Die neue Goldmünze wurde zunächst nur in Berlin geprägt sowie ab 1744 auch in der schlesischen Münzstätte Breslau – letzteres ein Ergebnis der erfolgreichen Kriegszüge. In der einheitlichen lateinischen Umschrift „Fridericus Borussorum Rex“ wird Friedrich II. wie auch auf seinen in Silber geprägten Talern als preußischer König betitelt. Die Rückseiten ziert zumeist in unterschiedlichen, militärisch angehauchten Darstellungen der gekrönte Preußenadler auf Kriegstrophäen, was ebenfalls Friedrichs Expansionsdrang widerspiegelt.

Münzzeichen „A“ 1750 an Berlin

Im Zuge einer Münzreform im Jahr 1750 erhielten die Rückseiten als numismatisches Novum zusätzlich einen Prägebuchstaben, der auf die Münzstätte verweist. Das „A“ – und nicht etwa ein „B“ als Anfangsbuchstabe des Namens – bekam Berlin als preußische Hauptmünzstätte, womit es der älteste bis heute bestehende Prägebuchstabe einer deutschen Münzstätte ist. Nach dem Vorbild der französischen Hauptstadt Paris sollte auch Preußens Metropole den ersten Buchstaben des Alphabets als Münzzeichen erhalten, was hier die überkommene Markierung mit den Initialen der Münzmeister ablöste.

Kopfprofil mit Lorbeerkranz statt Brustbild im Harnisch

In Friedrichs späterer, friedlicheren Amtszeit ab 1763 nach dem glücklichen Ende des Siebenjährigen Krieges, was letztlich nur dem Tod von Zarin Elisabeth im Januar 1762 und dem Rückzug Russlands zu verdanken gewesen war, gelang dem Preußenkönig interessanterweise sein vielleicht größter expansionistischer Coup: das 1764 abgeschlossene Bündnis mit der neuen russischen Kaiserin Katharina der Großen, mit der er die Teilung Polens vorantrieb. Dies brachte ihm 1772 Ermland und West- bzw. Polnisch-Preußen ein, damit zugleich erstmals eine Landverbindung zwischen Brandenburg, Pommern und Ostpreußen. Von da an nannte sich Friedrich „König von Preußen“, denn bis dahin hatte sich der zugleich brandenburgische Kurfürst – wie auch sein Vater und Großvater – nur „König in Preußen“ betitelt. Auf die Münztitulatur wirkte sich Friedrichs Selbsterhebung jedoch nicht aus. Getreu seiner beiden Vorgänger wählte er nach wir vor die lateinische Sprachart „Fridericus Borussorum Rex“. Die späteren Münzenporträts des mittlerweile „Alten Fritz“ zeigen den Monarchen zunehmend in mit Lorbeer – als Symbol seiner militärischen Siege – bekränzten Kopfprofilen anstelle der bisherigen kriegerischen Brustbilder im Harnisch, was die hier vorgestellten (Halb-)Taler und Friedrich-d’or-Goldmünzen belegen.

Eindrucksvolle numismatische Zeitzeugen aus der Regentschaft Friedrichs des Großen sind aber auch jene Münzausgaben, die sein gekröntes Monogramm anstelle eines Porträts tragen. Exemplarisch dafür steht hier der kleine 1/24-Taler, der zwischen 1764 und Friedrichs Todesjahr 1786 in Silber geprägt wurde. Er präsentiert die beiden kunstvoll verbundenen, königlichen Initialen „F“ und „R“ (lateinisch: Fridericus Rex) – eine reizvolle Ergänzung zu den Münzporträts Friedrichs des Großen.


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN Januar/Februar 2012.


 


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