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Professor Christian
Höpfner aus Berlin siegte im Münzwettbewerb 200
Jahre Grimms Märchen mit seinem überaus
stimmigen Gesamtentwurf.
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Die für Juni 2012 angekündigte 10-Euro-Gedenkmünze
200 Jahre Grimms Märchen mit dem Doppelporträt
der Brüder Grimm soll Auftakt für eine neue Serie
mit Motiven aus der berühmtesten deutschen Märchensammlung
sein.
Die Ankündigung findet sich eher versteckt und
ohne weitere Erläuterung im Ergebnisprotokoll des Preisgerichts
zur 10-Euro-Gedenkmünze 200 Jahre Grimms Märchen:
Die Münze soll Auftakt für eine Serie mit
Motiven aus den gesammelten Märchen der Brüder Grimm
sein. Wenn es dazu kommt, wäre das eine kleine
Sensation in der bundesdeutschen Münzgeschichte. Denn
nie zuvor sieht man einmal von Olympia 1972 oder der
Fußball-WM 2008 ab gab es innerhalb des deutschen
5- oder 10-DM- bzw. -Euro-Programms eine Motivserie zu einem
bestimmten Thema. Es wurde zwar von 2003 bis 2005 einmal der
Versuch unternommen, eine solche Serie zu etablieren (Ruhrgebiet,
Wattenmeer, Bayerischer Wald), jedoch war der gemeinsame Ausgabeanlass
Landschaften in Deutschland als Inschrift auf
den Münzen nicht erkennbar. Von den Motiven her könnte
eine Märchen-Serie durchaus attraktiv sein und thematisch
sowieso, handelt es sich bei den Erzählungen doch um
traditionsreiches deutsches Kulturgut.
Dass die Märchen bis heute nicht vergessen sind, ist
das große Verdienst der Brüder Grimm. Sie gehören
zu den bedeutendsten Sprachwissenschaftlern der Welt, die
unter anderem den Grimm, das umfassendste Wörterbuch
der deutschen Sprache aus der Taufe hoben. Im Rahmen ihrer
weitgefächerten Forschungsarbeit sammelten sie auch
mündlich überlieferte Texte, vor allem deutsche
Märchen und Sagen. Die 1785 und 1786 im hessischen Hanau
geborenen Brüder Jacob und Wilhelm Grimm setzten sich
zum Ziel, all diese Geschichten aufzuschreiben. Über
200 der schönsten Märchen sind der Menschheit
so erhalten geblieben.
Vorgabe fürs Münzmotiv: Grimms Doppelporträt
Die Erstausgabe der Kinder- und Hausmärchen
erschien 1812, vor genau 200 Jahren also. Diesem Jubiläum
ist die 10-Euro-Gedenkmünze gewidmet, die am 14. Juni
erscheinen soll. Sie zeigt ein Doppelporträt der Brüder
Jacob und Wilhelm Grimm von 1843, das ihr Bruder Ludwig Emil
während eines Besuchs in Berlin zeichnete. Diese Radierung
wurde ein seltener Fall den Künstlern im
Münzwettbewerb vorgegeben, weil sie sich durch ihre relieforientierte
Formensprache besonders gut für die Umsetzung auf einer
Münze eigne. Das Ausgangsmaterial war also für alle
Teilnehmer gleich, entsprechend ähnlich sehen sich diesmal
die Entwürfe.
Das Rennen gemacht hat schließlich Professor Christian
Höpfner aus Berlin, dessen Arbeit das Preisgericht überzeugte,
weil er beide Gesichter in einer porzellanfeinen Oberfläche
zusammenfasst und gegen den Münzgrund absetzt.
Überdies kontrastiere der Bundesadler auf der Wertseite
in seiner Schlichtheit gelungen mit dem Portrait. Als Resümee
wird die Jury in ihrem Urteil geradezu poetisch: Der
in sich überaus stimmige Gesamtentwurf holt in einem
zart schimmernden Bild die Welt der Brüder Grimm in die
Gegenwart.
Platz 2 holte sich Michael Otto aus Rodenbach, bei dem die
Preisrichter die plastische, eindrucksvolle Darstellung
der Brüder Grimm mit hohem Wiedererkennungswert
loben, die mit der asymmetrischen Umschrift überaus
gelungen in die Fläche gesetzt ist. Die Wertseite
allerdings wirke durch die Überproportionierung der Federpracht
in der Adlerdarstellung etwas überfüllt.
Hannes Dauer aus Schönbrunn-Steinsdorf bekam den 3. Preis.
Hervorstechendes Merkmal der Bildseite ist die sehr eigenständige
Form des Doppelporträts als Kombination aus naturalistischen
Gesichtsreliefs mit einer flächigen Gestaltung der Haare
und der in skizzenhaften Strichen angedeuteten Kleidung. Diesen
anspruchsvollen und durchaus riskanten Ansatz würdigte
die Jury ausdrücklich. Die künstlerische Umsetzung
gelinge aber nicht gänzlich, so das Urteil.
Agatha Kill aus Ilbesheim setzte ich mit ihrem Entwurf sehr
deutlich von der Konkurrenz ab, denn sie beschränkte
sich nicht nur auf das vorgegebene Doppelporträt, sondern
zeigt klein darunter auch noch ein Bild der Märchenerzählerin
Dorothea Viehmann (1755 1815), von der die Brüder
Grimm rund 40 Geschichten übernommen haben sollen und
die deshalb als wichtigste Quelle der Märchensammlung
gilt. Außerdem sind hier die Porträts in einen
Hintergrund aus dicht gedrängten Märchentiteln eingebettet.
Bei der Jury kam das nicht so gut an, weil den Preisrichtern
das Motiv insgesamt etwas überladen erschien. Die interessante
Idee bescherte der Bildhauerin aber immerhin noch einen
respek-
tablen 4. Preis.
Spezifikationen: 200 Jahre Grimms Märchen,
2012,
10 Euro, Silber 625/1000, 16g (Spiegelglanz), Kupfer-Nickel
CuNi25, 14 g (Stempelglanz), ø 32,5 mm, Prägestätte
Stuttgart (F). Randschrift: UND WENN SIE NICHT GESTORBEN
SIND... Die genauen Auflagen werden noch festgelegt.
Vollständiger Artikel mit Darstellung
der Konkurrenzentwürfe im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN
Januar/Februar 2012.
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